Konzeption Mutter-Kind-Gruppe JVA Chemnitz eingegangen

Wir bedanken uns bei der JVA Chemnitz (als auch für Thüringer straffällige Frauen zuständige Vollzugsanstalt) für die Zusendung der Konzeption der Mutter-Kind-Gruppe, die sich in unsere Bemühungen eingliedert, die familiären Haftbedingungen für in Thüringen inhaftierte Väter zu verbessern.

Die Kriterien für 5 Mutter-Kind-Plätze in der JVA Chemnitz in Kurzform: Eine primäre Förderung umschließt Kindern bis 3 Jahre. Das Ziel ist, eine Trennung von der Mutter zu vermeiden, Mütter in ihrer Rolle zu stärken und der häufig problematischen Entwicklung des Kindes entgegenzuwirken. Im Mutter-Kind-Haus wird Wohngruppenvollzug praktiziert. Die Kinder werden ausschließlich durch die Mütter (nicht durch die Anstalt) betreut. Voraussetzungen sind Zustimmung durch das Jugendamt, Entbindung aller betreffenden Stellen hinsichtlich des Kindes von der Schweigepflicht, persönliche Stabilität (Ausschluß einer Suchtproblematik), Nicht-Überschreitung des 3. Lebensjahres durch die Vollzugsdauer sowie  Übereignung aller kindbezogenen Gelder (Unterhalt, Kinder- und Elterngeld, Erziehungshilfe) an die Vollzugsanstalt zur persönlichen Verfügung und parallelen Buchführung und Abrechnung.

Die Hafträume sind unvergittert, den Müttern stehen Wickel- und Waschraum, Küche, Freizeitraum, Waschmaschinen und Wäschetrockner sowie das Außengelände mit Spielmöglichkeiten zur Verfügung. Neben den im Tagesablaufplan verankerten Zeiten für den Hofgang wird großzügig über weitere Aufenthalte im Freien entschieden, außerdem sind die Mütter zu motivieren. „Neben den Regellockerungen für Gefangene im Offenen Vollzug wird als sehr wichtig erachtet, den Müttern und deren Kindern eine erweiterte Ausgangsgestaltung bis hin zur Umgangswahrnehmung im Zusammenhang mit dem Kindesvater und wichtigen Bezugspersonen für die Kinder außerhalb des Vollzuges zu ermöglichen.“

Die im hier hinterlegten Konzept verankerten Haftbedingungen sind für männliche Inhaftierte in Thüringen nicht vorhanden. Das Konzept leiten wir unter anderem an den Ansprechpartner für Antidiskriminierung in Thüringen, Michael Panse, sowie die Koordinatoren* zweier Projekte für und mit inhaftierte(n) Väter(n) in Bielefeld und Bützow zur Kenntnisnahme weiter.

Inwieweit sich mit unseren Bestrebungen eine Gleichstellung der Haftbedingungen für inhaftierte Väter anstoßen läßt, ist derzeit noch nicht abschätzbar. Zumal unser Kooperationspartner, Haftseelsorger Hosea Heckert, derzeit aus Gründen der Arbeitsbelastung keine freien Ressourcen mehr hat.
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*Bitte beachten Sie unseren Hinweis zur Verwendung des Sprachgeschlechtes.

 

 

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