Statement zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“

Wir als aufgeschlossene und in steter, fachlich begleiteter, Fortentwicklung befindliche Initiative begrüßen es ausdrücklich, dass es alljährlich am 25. November mit dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ einen festen Tag gibt, der sich der insbesondere Gewalt im häuslichen Kontext widmet. Wie Beobachter, Unterstützer und Befürworter unserer Arbeit wissen, engagieren wir uns für eine gesellschaftliche Sensibilisierung und Errichtung von Gewaltschutzangeboten, die die enggefaßte Grenzziehung für das weibliche Geschlecht erweitert und somit eine Brücke für beide Geschlechter schlägt. Es ist längst keine allein einige hundert wissenschaftliche Studien der westlichen Forschungswelt mehr betreffende Erkenntnis, dass Männer zur ungefähren Hälfte Opfer häuslicher Gewalt werden und ebendiese Gewalt zum überwiegenden Teil einer beiderseitigen Konflikt- und Eskalationsdynamik entspringt.

Dennoch wird, abgesehen von zunehmenden Befürwortungen in Politik und Positionen gesellschaftlicher Verantwortung, noch immer von einer absolut überwiegenden Täter-/Opfer-Abgrenzung zulasten des männlichen Geschlechts ausgegangen und dies in weiten Teilen in Schriftsätzen und auf Tagungen so artikuliert. Eine für uns nicht hinnehmbare Positionierung, die den tatsächlichen Notlagen vieler Menschen nicht annähernd gerecht wird und damit grundgesetzwidrig ist. Insofern wünschen wir uns auch an diesem heutigen Tag eine breitere, Geschlechterkonflikte befriedende und vermeidende, Projektarbeit.

Die eben nicht, wie beispielsweise mit – fraglos sehr wichtigen – Veranstaltungen wie „Ein Licht für jede Frau“ (Veranstaltungstext auf Facebook: Unter diesem Motto laden wir Sie auch in diesem Jahr wieder ein, gemeinsam mit uns für jede von Gewalt betroffene Frau symbolisch eine Kerze anzuzünden. Gewalt gegen Frauen findet in Deutschland meistens im Verborgenen statt. Den gewaltbetroffenen Frauen fällt es schwer, Schritte aus dieser Situation zu wagen. Ermutigung durch Angehörige und Freunde kann sehr hilfreich sein. Wir wollen mit unserer Aktion am „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ Öffentlichkeit für das Thema herstellen, damit Betroffene wissen, sie sind nicht allein. Werden auch Sie aktiv! Schauen Sie nicht weg! Fragen Sie nach! Bieten Sie Unterstützung an! Weisen Sie auf Beratungsangebote hin!) beim männlichen Geschlecht endet.

Denn im Gegensatz zu mehreren hundert Gewaltschutzeinrichtungen und einem staatlich implementierten, bundesweiten und finanziell sehr gut ausgestatteten Notruf für Frauen gibt es in Deutschland derzeit genau drei Objekte (wovon nur eins öffentlich finanziert wird), die betroffenen Männern Unterkunft und Hilfe leisten, sowie einen privat finanzierten Notruf in Braunschweig, der lediglich einen Bruchteil notwendiger Hilfe zu leisten vermag.
Unsere Forderung kann deshalb nur lauten, dass ein dringender Ausbau der Unterstützungssysteme auch für männliche Betroffene erfolgen muss und Interventionsarbeit nicht mehr nur geschlechterspezifisch erfolgen darf.
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!

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2 Kommentare

  1. Es stimmt leider, dass stark eingegrenzte Einseitigkeit das Leid vieler Familien billigend in Kauf nimmt.

    Antwort
  2. maddes8cht

     /  November 25, 2014

    Noch viel wichtiger ist aber doch, dass man endlich von diesem bekloppten schwarz-weiß denken herunterkommt, dass die Frauen als Opfer und die Männer als Täter zeichnet.
    Mit dieser Holzschnittartigen Verzeichnung wird man den gewalttätigen Beziehungsdynamiken nicht gerecht, und mit dem falschen Problembild im Kopf kann man keine richtige Lösung finden.

    Die bestehenden „Hilfen“ laufen darauf hinaus, die frau einseitig zur Beendigung der Beziehung zu beraten – und zwar möglichst zu Lasten des Mannes.
    Es gibt keine Problemlösungsperspektive. Der mann wird ohnehin als nicht therapierbar betrachtet. Bestenfalls ein „Anti-Gewalt-Training“ bekommt er – und nur er – angeboten.

    Die Beziehungsproblematik und die Gewaltspirale wird nicht bearbeitet. Folgerichtig finden sich viel mehr der betroffene Frauen nach Ende der Gewaltbeziehung später erneut in einer Gewaltbeziehung wieder, als von den Männern.

    Die feministische Lesart dieses Umstandes ist natürlich, dass das belegt wie schlimm Männer halt sind.

    Tatsächlich spiegelt es wieder, dass für die Gewaltdynamik der Frauen nichts getan wurde.

    Die einseitige herangehensweise hilft niemandem. Sie schadet allen Betroffenen. Den Männern ebenso wie den Frauen, und den Kindern sowieso.

    Antwort

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