Aufruf an männliche Betroffene häuslicher Gewalt

Wir möchten unseren Aufruf an Sie erneuern:

Aufmerksamen Beobachtern* unserer Arbeit ist bekannt, dass wir seit Langem mit Fachleuten Konzeptions- und Kooperationsgespräche führen, die den Aufbau eines Gewaltschutz- und Beratungsangebotes in Mitteldeutschland zum Ziel haben. Unser Projekt wird in Thüringen fraktionsübergreifend und in Leipzig seitens des Arbeitskreises Gewalt gegen Jungen und Männer „AK elure“ befürwortet und stützt sich auf mittlerweile umfangreiches Studienmaterial, welches die Wichtigkeit eines solchen Angebotes aufzeigt.

Was wir als maßgebliche Grundlage dringend benötigen, sind Fallbeispiele von betroffenen Männern, die in Ostthüringen oder Leipzig leben und aus denen der Umgang ihres Umfeldes bzw. des Unterstützungssystems damit hervorgehen und die erkennen lassen, wie unsere Gesellschaft mit männlichen Betroffenen umgeht.

Jeder Mann, der in seiner Not mit Ablehnung oder Verharmlosung konfrontiert wurde oder Hilfe suchte und nicht bekam, möchte sich – selbstverständlich unter strengster Diskretion – mit uns in Verbindung setzen. Jede Beratungseinrichtung, Profession bzw. Person, die einen Betroffenen kennt, möchte diesen bitte auf unser Gesuch aufmerksam machen.

Die Kontaktdaten sind hier hinterlegt. Initiativen, Admins, Blogbetreiber und Inhaber von Social Network – Accounts möchten diesen Aufruf bitte ebenfalls weiter verbreiten. Vielen Dank!
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!
*Bitte beachten Sie unseren Hinweis zur Verwendung des Sprachgeschlechtes.
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2 Kommentare

  1. Andreas

     /  Januar 8, 2015

    Tja, „leider“ habe ich keine Erfahrungen mehr mit häuslicher Gewalt seitdem ich von meiner Stiefmutter und meinem Vater weggezogen bin. Ich muss aber immer wieder an diese Berufsempörerstudie denken wonach jede 4., 3. oder 2. Frau zwischen 14 und 85 schon mal eine Gewalterfahrung in ihrem Leben hatte. In der 9.Klasse (das ist 18 Jahre her) hatten wir damals das Thema Gewalt gegen Kinder und ich fragte mal rum wer schon zu mal zu Hause geschlagen wurde. Nicht eine Jungenhand blieb unten, bei den Mädchen war es gerade mal ein Viertel. Wohlgemerkt, es ging nicht um anbrüllen, schubsen oder vorenthalten von Komplimenten sondern handfeste Gewalt. Auch in Sachsen sind Kinder aus dem Gymnasium meist aus der mittleren Schicht bis hin zur gehobenen und unsere Klasse war nicht außergewöhnlich und trotzdem hatte jeder Junge mit max. 16 Jahren bereits Gewalterfahrungen zu Hause. Vom Umfeld fange ich erst gar nicht an. Relevanz in den Medien: Keine.

    Natürlich sind die wenigsten Gewalterfahrungen traumatisierend, wenn einem Elternteil spontan nach einem schlechten Benehmen die Hand ausrutscht ist das nicht schön, aber es lässt sich für ein Kind logisch ein Zusammenhang herstellen und damit ist die Sache leicht verarbeitbar. Traumatisierend sind Gewalterfahrungen wo Erziehungsberechtigten sie grundlos, unverhätnismäßig oder zur Befreidigung von sadistischen Gelüsten einsetzen. Leider reden von diesen Opfern die wenigsten.

    Als Bsp für häuslicher Gewalt könnte ich max. meinen Onkel anführen. Bei einem Streit attackierte seine damalige Frau ihn mit einem Messer und er flüchtete zu seiner großen Schwester. Anschließend zeigte seine Frau ihn wegen Körperverletzung an. Weil die Polizei an ihr keinerlei Verletzungen feststellen konnte, während mein Onkel eine tiefe Stichwunde im Oberschenkel hatte, wurde die Anzeige gegen ihn fallen gelassen. Gegen die Frau wurde nichts unternommen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Pfeiffer

    Antwort
    • Tristan Rosenkranz

       /  Januar 8, 2015

      Lieber Herr Pfeiffer, vielleicht möchten Sie sich dennoch mit uns in Verbindung setzen? Ihre Erfahrungen können für unsere Fallsammlung wichtig sein. Danke für Ihr Kommentar.

      Antwort

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