Expertengespräch der Kinderkommission zu Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention

Wie von uns angekündigt, fand gestern im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages ein weiteres Mal eine Expertenanhörung der Kinderkommission zur Kinderrechtskonvention statt, eines unserer Mitglieder war vor Ort.

Als Gastredner waren Henrike Hopp und Renate Schusch vom AktivVerbund e.V. sowie Klaus Schwerma vom Bundesforum Männer e.V. eingeladen, Hauptthema waren Pflegekinder und deren Kindeswohl.

Klaus Schwerma berichtete zum heutigen Stand der modernen Vaterrolle in der Familie. Seinen Ausführungen zufolge findet ein großer Umbruch im Familienstand und insbesondere in der Rolle des Vaters als Versorger der Familie statt. Viele Väter haben noch Probleme mit der Fürsorgeposition und Vereinbarkeit und deren Wahrnehmung durch Arbeitgeber und Politik. Dieses müsste verstärkt gefördert werden. So fallen sie immer wieder in die Rolle des Versorgers.

Zusätzlich hätte der Staat die Aufgabe, den Kindern das Recht auf normale Bindung zu den Eltern, egal in welcher Familienform/Konstellation einzuräumen bzw. eine Normalität zu bieten.

Männer sollten außerdem mehr in den Berufen der Kitas, Schulen usw. gefördert werden. Hier sei immernoch ein Missstand zu verzeichnen. Nur so könne man eine gewisse Neutralität bzw. Normalität dem Kind speziell auch in sogenannten Regenbogenfamilien zeigen. Wir (das Bundesforum Männer) wollen weg von dem Stand des Versorgers und hin zur Gleichstellung.

Danach sprach Henrike Hopp auch im Namen von Renate Schusch über Pflegekinder. Sie selber betreue schon seit vielen Jahren Kinder in Form von Pflegeeltern, Betreuer oder Vormund. Ein Pflegekind wird nicht geboren sondern dazu gemacht. Definitv gäbe es genug Hilfen bevor ein Kind in eine Pflegefamilie kommt. Leider gibt es Jugendämter, die weder wirkliche Hilfen anbieten bzw. auch die Pflegefamilien im Stich lassen. Dagegen gäbe es aber auch Jugendämter die schon im Vorfeld gut mit den leiblichen Eltern Unterstützung geben und später im Fall einer Pflege auch die Pflegefamilie speziell unterstützen. Dazu werden auch verschiedene Träger hinzugezogen. Da müssen noch intensivere Schulungen an den Jugendämtern stattfinden, wo dieses Vernetzungs-System nicht funktioniert.

Im Mittelpunkt stehe auch bei ihnen das Kindeswohl, die Bindung zu den leiblichen Eltern muss gehalten, gefördert und unterstützt werden. Dazu wäre einerseits auch eine Pflegefamilie in der Pflicht, andererseits müsse der Staat noch mehr tun. Problemkinder werden meist von ungeschultem Personal der Jugendämter in weitere Pflegefamilien gebracht, was die Probleme verstärkt und aus den Kindern arbeitsunfähige Menschen macht. Da könne man ansetzen und durch gezielte Schulungen die Rücksichtsnahme durch „Vorschädigungen im kindlichen Familienleben“ besser behandeln.

Wie am Rande zu erfahren war, fand vorher eine Besprechung des Wechselmodells statt, Informationen hierzu liegen uns allerdings bislang nicht vor.
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