Häusliche Gewalt: Zahlen der Landespolizeidirektion Thüringen zu 2014 vorlägig

Anfang des Jahres hatten wir bei Thüringer Behörden angefragt, ob eine Erfassung von häuslicher Gewalt betroffener Männer erfolgt und entsprechende Zahlen vorliegen. Die Reaktionen darauf ließen Unklarheiten über Zuständigkeiten und Zahlen zwischen den Behörden erkennen und eine zentrale Erfassung vermissen (wir berichteten am 27. 03. 2015 und 14. 04. 2015 darüber). Nunmehr wurden uns seitens der Thüringer Landespolizeidirektion für 2014 folgende Werte mitgeteilt:

„… Anzahl polizeiliche Fälle Häuslicher Gewalt 2014: 2983
Anzahl Opfer: 3202
davon Anzahl männlicher Opfer: 636 (19,86%)


Da für Sie der regionale Bereich Gera von besonderem Interesse ist, füge ich Ihnen die entsprechenden Zahlen ebenfalls bei. Für die Landespolizeiinspektion Gera:

Von 221 Opfern sind 37 Männer betroffen (16,74%). Insgesamt wurden 210 Fälle häuslicher Gewalt registriert. Bei 29 Tätern handelt es sich um Frauen (13,81%).

Aussagen zur Betroffenheit von Gewalt von Frauen gegen Männer bzw. Männer gegen Männer können der Statistik nicht entnommen werden. Allerdings legen die Zahlen – wie auch in den Vorjahreszeiträumen – nahe, dass die Gewalt gegen Männer zum überwiegenden Teil von Männern begangen wird. …“

Die Zahlen weiblicher Betroffener liegen 2014 entgegen den öffentlich oft genannten Werten von 25% (Bundesebene) bzw. 33% (Europaebene) von häuslicher Gewalt betroffener Frauen in Thüringen bei polizeistatistischen 0,3 % (weibliche Bevölkerung 2013 laut Landesstatistikamt ab 18 Jahre 855.074, Ausgangswert für Berechnung zu 2014 (liegt noch nicht vor) 855.000 Frauen), was eine Abweichung von 24,7% zum Bundes- bzw. 32,7% zum Europawert macht.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Information.
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7 Kommentare

  1. Ingrid Schmall

     /  Juni 2, 2015

    Beim Unterschied zwischen 33% und 0,3% handelt es sich um den Faktor 1000, also eine tausendfache Übertreibung.

    Antwort
  2. Bezogen auf die 1,775 Millionen Frauen, die Thüringen in etwa zählt, sind das 0,14% der Frauen, die betroffen sind.

    Angenommen, dass in den nächsten Jahren andere Frauen „zum Zuge kommen“, braucht man insgesamt >>>173 Jahre<<<, bis mann die apokalyptischen Zahlen der "Häusliche-Gewalt"-Apologeten erreicht:
    – "25% der Frauen haben einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt erlebt"!

    Da viele der betroffenen Frauen öfters in der Statistik auftauchen, wage ich die Behauptung, dass die 25% erst in 300 Jahre erreicht werden.

    Man sollte eigentlich bei jeder Veröffentlichung aus der "Gewalt-Ecke", darauf hinweisen, dass die häusliche Gewalt in Thüringen doch viel geringer ist, als im Bundesdurchschnitt. Die Frage ist berechtigt, warum es – bei so niedrigen Zahlen – noch immer Apokalyptikerinnen gibt, die behaupten, dass "Der gefährlichste Mensch ist der eigene Partner" http://mann-om-man.blogspot.de/2015/03/der-gefahrlichste-mensch-ist-der-eigene.html, oder "Der gefährlichste Ort für eine Frau ist die eigene Wohnung", usw.

    Antwort

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