Statement zur Verwendung des Begriffes „Getrennterziehende“

Wir schließen uns dem Vorschlag von Klaus Ketterer vom Verein „Eltern für Kinder im Revier e. V.“ an und verwenden ab sofort nicht mehr den Begriff „Alleinerziehende“, sondern „Getrennterziehende“. „Alleinerziehende“ suggeriert, dass ausschließlich die aufenthaltsbestimmungs- und alleinig sorgeberechtigten Eltern Verantwortung für die Erziehung gemeinsamer Kinder übernehmen würden und blendet aus, dass es in unzähligen Trennungsfamilien zwei erziehungswillige Eltern gibt. Den hinter diesem Wort steckenden, offensichtlichen Willen von Medien und Politik, einem – meist dem väterlichen – Elternteil mittels diskriminierendem Sprachgebrauch Erziehungsfähigkeit und -willen sowie eine gemeinsame elterliche Augenhöhe abzusprechen, tragen wir ab sofort nicht mehr mit.
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9 Kommentare

  1. Ich halte die Begriffsänderung für eine gute Idee. Wir benutzen oft Worte gewohnheitsmäßig, weil sie eben auch in offiziellen Bezeichnungen von Beratungs- und Hilfsangeboten stecken. Selbst wenn Eltern getrennt leben, erziehen sie doch häufig gemeinsam. Ich werde mich in meinem weiteren Sprachgebrauch an „getrennterziehend“ halten und dies streuen. Ich kann mir gut einen Artikel in der nächsten Selbsthilfezeitung „Chance“ gemeinsam mit Ihnen zu diesem Thema vorstellen.
    Gabriele Wiesner, IKOS Jena

    Antwort
    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, Frau Wiesner. Jede positive Resonanz unserer Arbeit und Inhalte ist ein kleiner Erfolg. Und sehr gern kommen wir wegen eines gemeinsamen Artikels auf Sie zu – auch dafür vielen Dank!

      Antwort
  2. Ich verwende den irreführenden Begriff „alleinerziehend“ gerne in Anführungsstrichen. Der Grund dafür ist, dass es keine „Alleinerziehenden“ gibt.
    Ein afrikanisches Sprichwort sagt sehr treffend, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind zu erziehen.
    Gerade die angeblich allein erziehenden erziehen nicht allein. Sie geben dies an Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen und Horte ab. Aber auch an Sportvereine und Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche. Die Politik unterstützt dies, indem Kinder schon bald nach der Geburt in Fremdbetreuung gegeben werden sollen und in Betreuungseinrichtungen Sozialarbeiter und Psychologen die entstehenden Defizite aufarbeiten sollen.
    Ich kenne nur einen einzigen “Alleinerziehenden“, nämlich Robinson Crusoe in dem Buch von Daniel Defoe. Der „erzog“ einen Eingeborenen, den er Freitag nannte, ganz allein nach seinen Vorstellungen. Aber das ist nur eine Romanfigur.
    Der Begriff „Getrennterziehend“ trifft die Situation eines Kindes, das mit einem seiner Eltern nicht zusammen lebt, sehr genau.
    Es ist zu unterstützen, diesen Begriff zu verwenden und zu verbreiten.

    Antwort
  3. Nein, ihr habt ja völlig Recht damit. Mir selbst ist es auch schon so ergangen, dass ich über das Prädikat „alleinerziehend“ der Mutter aus dem Blick als Miterziehender verschwunden bin.

    Dabei habe ich für die eigentliche Erziehung gesorgt. Eine Erziehung durch die Mutter fand nämlich nicht statt. Ich überlege nun, wie ich Eure Begrifflichkeit in meinen Wortschatz aufnehmen kann.

    Antwort
  4. Tja, dann fühle ich mich aber nicht mehr „mitgemeint“. Denn ich bin tatsächlich alleinerziehend. So stößt man immer wieder an die Grenzen der Sprache. 😉

    Ich bin aber großzügig und fühle mich doch mitgemeint, weil ich weiß, was ihr meint. 🙂

    Antwort
  1. Alleinerziehend, alleinerzogen, alleingelassen « man tau

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