Thüringer Grüne: keine Notwendigkeit für männliche Gewaltschutzangebote

Im Rahmen unserer Befürwortungsgespräche vor der Thüringer Landtagswahl 2014 mit den Fraktionen von CDU, SPD, Linke und Grüne erhielten wir von den drei erstgenannten Parteien Befürwortungs- und Unterstützungszusagen zur Realisierung eines Gewaltschutzangebotes für Männer in Thüringen, die Grünen enthielten sich im Gespräch am 07. 07. 2014 einer Zusage. Derzeit stehen wir mit allen Fraktionen unter Bezugnahme auf die Vorwahl-Gespräche in Rücksprache, so auch mit den Grünen.

Am 11. 06. 2015 erhielten wir auf unsere schriftliche Anfrage mit Bitte um Positionierung zur Notwendigkeit eines Gewaltschutzangebotes für Männer vom 23. 04. 2015 die Auskunft, die Gleichstellungspolitik in Thüringen soll aktiv um die Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen ergänzt werden, da nach wie vor eine strukturelle Diskriminierung erlebt würde. Der Diskriminierung in sämtlichen Lebenslagen sei entgegen zu wirken, Ziel seien ein bedarfsgerechtes Angebot, eine verlässliche Finanzierung der Hilfestrukturen und klare rechtliche Rahmenbedingungen für Frauenhäuser, Interventionsstellen, Frauenzentren, Zufluchten und Frauenberatungsstellen.


In unserem Schreiben vom 15. 06. 2015 baten wir mit Hinblick auf die Interessen der männlichen Wählerschaft in Thüringen abermals um eine konkrete Positionierung. Eine Reaktion darauf ging heute bei uns ein. Zitat:

„… Eine […] Notwendigkeit für die Einrichtung gesonderter Stellen für von Gewalt betroffene Männer sehen wir derzeit nicht, zumal sich unsere Interventionsstellen, die allen Opfern insbesondere häuslicher Gewalt offenstehen, auch dieser Problematik fachlich fundiert stellen.“

Im Gegensatz dazu gab uns am 07. 05. 2014 Frau Kathrin Engel von der Geraer Interventionsstelle zu Protokoll, dass das Leistungsangebot der Interventionsstellen die „Fallbegleitung sowie Unterbringung für männliche Opfer häuslicher Gewalt nicht umfasst.
Längerfristige Beratung und Begleitung zur psychischen Stabilisierung, Aufarbeitung der Gewalterfahrung und Unterstützung zur Sicherung der existentiellen Grundlage bei Trennung und Neubeginn im Zusammenhang mit Gewalterfahrung und -bedrohung werden für Männer nur sehr spärlich, u. E. nicht ausreichend und nicht
flächendeckend angeboten. Eine Vermittlung in passende Unterstützung durch die Interventionsstelle ist so nicht in allen Fällen möglich.“
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Und bitte beachten Sie auch unseren Newsblog „Familienschutz“. Vielen herzlichen Dank!

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