Ortstermin Wildau: “Symposium 2015 – Kindeswohl als Wissenschaft”

Eines unserer Mitglieder nahm an der am 16. 09. 2015 „Symposium 2015 – Kindeswohl als Wissenschaft“ erwähnten Fachtagung im brandenburgischen Wildau am 16. und 17. 10. 2015 teil. Eine Auswertung:

Etwa 60 Teilnehmer unterschiedlicher im Familienrecht tätiger Professionen sowie Vereinsmitglieder und Betroffene nahmen teil.

Das Einführungsreferat von Prof. Dr. Peter Beyerlein war das Kernstück der Veranstaltung, in der er die genetische und epigenetische Struktur im kindlichen Entwicklungsprozess darstellte und auf die Folgen kindlicher Traumata hinwies.* Der Kenntniszuwachs durch diesen Vortrag für unser Mitglied und damit unsere Initiative war hoch. Alles, was aufgrund von Erfahrung bekannt ist, wird mit der Biogenetik noch klarer erkennbar.

Andreas Hornung, Richter am OLG Hamm, begann mit seinem Referat über die richterliche Praxis, wobei er eine Diskussion zuließ, die sich von den Betroffenen zu einer sehr hitzigen Diskussion über das System Familienrecht einschließlich der involvierten Jugendämter entwickelte. Richter i. R. Hans-Christian Prestien mit beruhigte die Debatte mit sachlichen Beispielen, wo Probleme in der Familienrechtsprechung liegen, so dass an diesem Tag eine Weiterarbeit möglich wurde.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Prof. Beyerlein am 2. Tag die Moderation nicht übernehmen, so dass die Berliner Rechtsanwältin Eva Becker sie fortführte und in ihrem Beitrag die Rolle und Aufgaben der Verfahrensbeteiligten darlegte. Der Psychiater Dr. Pap aus Cottbus stellte anhand von Fällen aus seiner kinderpsychiatrischen und –therapeutischen Praxis die Notwendigkeit des Aufbaus von mindestens einer Bindungsperson dar. Es wurde deutlich an seinen geschilderten Fällen, unter welchen Voraussetzungen eine Schadensbegrenzung erfolgt oder nicht möglich ist. Hierbei wurde vor allem auch auf die Kollateralschäden hingewiesen, die bei einem Kindesentzug durch das Jugendamt oder die Trennung der Eltern entstehen und die in den überwiegenden Fällen durch familienstützende Hilfen vermieden werden können.

Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker zeigte pauschal die Fehler durch Familiengericht, Jugendamt, Psychologen als Gutachter und Verfahrensbeistände auf, worauf einige Teilnehmer dieser Pauschalisierung heftig widersprachen, was dann auch relativiert wurde. Es wurde auch benannt, dass es trotz dieser immer noch massiven Fehler bei Verhandlungen einen Wandel in der Familienrechtsprechung gibt.

Im Abschlussreferat verdeutlichte Angela Hoffmeyer vom International Council on Shared Parenting (ICSP / Internationaler Rat für die Paritätische Doppelresidenz), dass die Doppelresidenz für Kinder notwendig ist, um die epigenetischen Erkenntnisse zum Wohl der Kinder einzuführen, wobei sie auch auf internationale Forschungen einging, die bis auf zwei Fälle, bei denen der Streit der Eltern im Vordergrund stand, zu positiven Ergebnissen führten. Bei diesen hochstrittigen Verfahren war es jedoch möglich, dass es den Kindern besser geht, auch, wenn diese Form nicht der Überzeugung der Mutter entspricht.

Insgesamt war mit diesem neuen Forschungszweig der Epigenetik ein Fenster geöffnet worden, das bei künftigen Entscheidungen über die Zukunft von Kindern eine völlig andere Sichtweise und damit Entscheidungsgrundlage ermöglicht.

*Da jedes Kind einen genetischen Satz des Vaters und der Mutter in jeder Zelle hat, ist die Verteilung in jeder Zelle 50 : 50, so dass es nur aufgrund dieser ihm von den Eltern mitgegebenen Veranlagungen seine Qualitäten entwickeln kann. Jeder Bruch im Leben eines Kindes ist deshalb zu verhindern. Dazu gehört auch, dass bis zum dritten Lebensjahr die Bindung eines Kindes aufgebaut wird, danach bis zur Schulreife die Prüfung dieser Bindung erfolgt. Wenn in einem Genstrang ein Fehler vorhanden oder aufgetreten ist, wird dieser eingekapselt und der heile Gensektor des anderen Elternteils übernimmt dann die volle Aufgabe. Diese Veranlagung dauert das gesamte Leben an, so dass eine nicht vorhandene Bindungsmöglichkeit mit einem Elternteil Defizite bis ins hohe Alter hinein bewirkt. Dieses muss in jedem Fall vermieden werden, da die Bindungsmöglichkeit später nicht nachgeholt werden kann. Diese genetischen Veränderungen werden von den Zellen gelernt, die sich aus Traumata und deren Bewältigung ergeben und von Generation zu Generation weitergegeben werden. Hieraus sind zahlreiche Notwendigkeiten zum Erhalt der Elternteile auch bei Trennung und Scheidung abzuleiten, ebenso für die frühkindliche Fremderziehung, die dem Kind keine familienspezifische, in den Genen angelegte, Entwicklung ermöglicht.
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