Gewaltschutz in Thüringen: Rundschreiben unserer Initiative zum politischen Versagen

In diesen Tagen versendet unsere Initiative mit Abschluss der Gewaltschutzarbeit für Männer in Thüringen, die in keinster Weise und unter, wie bereits am 03. 07. 2017 ausführlich dargestellt, zahlreichen politischen und institutionellen Wortbrüchen tragfähige Unterstützung erfuhr, ein Rundschreiben unter dem Betreff „Humanistischer Gewaltschutz in Thüringen: ein politisches Versagen“. Besagtes Rundschreiben, im Volltext nachfolgend, wird in Thüringen an relevante Ministerien, Behörden und Körperschaften sowie flächendeckend unter anderem an Fraktionsvertreter demokratischer Parteien, Landratsämter, Netzwerke gegen häusliche Gewalt, Familienzentren, Interventionsstellen, Gleichstellungsbeauftragte verschickt. Wir halten diese Transparenz angesichts der politisch weitgreifenden Diskriminierung männlicher Hilfebedarfe insbesondere durch landesregierungsverantwortliche Parteien wie SPD und Die Linke für außerordentlich wichtig:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mit vorliegendem Schreiben werden wir unsere Aktivitäten für einen Gewaltschutz für Männer in Thüringen einstellen. In diesem Zusammenhang dürfen wir Sie auf unseren umfangreichen Blogeintrag „Thüringer Gewaltschutz aus humanistischer Perspektive: ein ernüchterndes Fazit“ als Zusammenfassung einer Entwicklung hinweisen, die deutlich offenlegt, dass das Bundesland Thüringen in Verantwortung einer rot-rot-grünen Regierung zu keiner Zeit ein ernsthaftes Interesse daran hatte, notleidenden Männern ein Hilfsangebot bereitzustellen bzw., um auf unsere nunmehr eingestellte Projektarbeit zu verweisen, bereitstehende Hilfsangebote auch nur teilweise zu unterstützen, kurz: Wort zu halten. Und das vor dem Hintergrund, dass sich bereits 2015 bei sinkenden Belegungszahlen Frauenhäuser über eine Finanzierungsaufstockung erfreuten und sich das Bundeslang Thüringen in der ersten Jahreshälfte diesen Jahres über ein sattes Steuerplus freute.

Wenn Sie besagten Newseintrag vom 03. 07. 2017 aufrufen, werden Sie in stichpunktartiker, chronologischer und mit Verweisen und Schriftsätzen hinterlegter Form erkennen, dass weder die SPD, noch Die Linke, noch die Grünen, jedoch auch keine der inner- wie außerparlamentarischen Oppositionsparteien CDU und FDP auch nur annähernd Wort hielten. Damit nicht genug, erkannte weder die Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) eine bereits aus den hohen statistischen Werten hervorgehende Notwendigkeit, noch sah sich die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke) in der Lage, ihre im vergangenen Jahr getätigte Zusage „Wir werden eine Lösung finden“ einzuhalten.

Aber auch die Landespolizeidirektion Thüringen wie der Paritätische Wohlfahrtsverband verharrten weitgehend in einer Haltung, die selbst bei gutem Willen allenfalls als ein „Spiel auf Zeit“ verstanden werden konnte. Seitens der Landespolizeidirektion erfolgte darüber hinaus keine Gleichbehandlung wie die der Mitarbeiterinnen der Frauenhausarbeit in Gera; weder  wurden  Einsatzwägen  mit  Infomaterialien  zu   Notruf   und   Gewaltschutzwohnung ausgestattet, noch bekamen wir die Möglichkeit, unser Projekt im Rahmen innerpolizeilicher Schulungsangebote vorzustellen. Seitens des Paritätischen wurden darüber hinaus noch 2014 in der Podiumsdiskussion „Sie haben die Wahl!“ völlig verzerrte europäische Statistikwerte vorgetragen („jede dritte europäische Frau Opfer häuslicher Gewalt„), auch wurde noch im vergangenen Jahr in einer der regelmäßigen Magazine des Bundesverbandes eine Darstellung allein weiblicher/n Gewaltbetroffenheit und Hilfebedarfs moniert.

Aus unserer Sicht ist es wichtig, auf diese gravierenden Missstände gerade jetzt vor der Bundestagswahl hinzuweisen. Nicht zuletzt mit dem Wissen darum, dass anstelle eines fachlich eingebetteten 24h-Notruf- und Unterbringungsangebotes mit dem A4-Projekt notleidende Männer nunmehr nur noch wenige Stunden pro Woche in einem mit völlig sachfremden Professionen geteilten Büro seitens praxisunerprobter Beratungskräfte Hilfe erhoffen dürfen.“

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