Thüringen: keine Finanzierung für Gewaltschutzwohnung

Entgegen einer Vielzahl von Befürwortungs- und Unterstützungsbekundungen seitens der Thüringer vormaligen wie derzeitigen Landtagsfraktionen sowie rot-rot-grünen Landesregierung, trotz einer Zusage der Gleichstellungsbeauftragten des Landes Thüringen, Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke), in einem informellen Gespräch im vergangenen Jahr mit unserem Projektkoordinator Tristan Rosenkranz und trotz eines deutlichen Haushaltsüberschusses (Stand: 2. Februarhälfte 2017) erging letzte Woche durch die Gleichstellungsbeauftragte eine Absage, den Fortbestand unserer Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer in unserer oder anderer Trägerschaft zu finanzieren. Auch Ihre Parteikollegin Karola Stange als Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses ließ ihrer Inaussichtstellung einer Teilfinanzierung bei der Landtagsanhörung am 09. 07. 2015 mit Vertretern unserer Initiative keine entsprechenden Taten folgen.

Bevor wir die Entwicklung mit der nun unausweichlichen Schließung des Objektes mit Blick auf einer Absage vorangegangene Befürwortungen und Zusagen, in vormalige Gespräche involvierte Parteien, Institutionen und Professionen sowie die tatsächliche, seit Längerem nachgewiesene, Bedarfslage noch ausführlich auswerten und im Netzwerk kommunizieren, dürfen wir uns bei der Redakteurin der Ostthüringer Zeitung, Christiane Kneisel, für das heutige umfassende Interview bedanken:

Seit Juli 2016 betreibt der Verein Gleichmaß e.V. für Männer, die unter häuslicher Gewalt leiden, eine Gewaltschutzwohnung in Gera. Doch nun steht dieses Hilfsangebot vor dem Aus: Der Verein erhielt von der Landesregierung eine Finanzierungsabsage. Ein Gespräch mit Tristan Rosenkranz, Gründer des Gleichmaß e.V.

Mit seiner Gewaltschutzwohnung ist der Verein Gleichmaß e.V. thüringenweit Vorreiter. Finanziert wird das Projekt bisher auf Ehrenamts- und Spendenbasis. Das ist aber keine Lösung auf Dauer?

Nein, denn die Betreuung des Projektes ist aufwändig und kann langfristig nicht ehrenamtlich geleistet werden. Das war uns von Anfang an klar. Zumal für diese Arbeit dann auch die Wertschätzung fehlt. Momentan hat unser Verein einen Jahresvertrag mit der WBG Aufbau, die die Wohnung zur Verfügung stellte und uns auch mietmäßig sehr entgegen kam.

Die Finanzierung sollte also auf eine solide, zukunftssichere Basis gestellt werden. Die Signale dafür standen gut?

Vor der Landtagswahl in Thüringen gab es zahlreiche Gespräche mit Fraktionsvertretern der Linken, Grünen, SPD und CDU. Dabei sicherten explizit Vertreter sowohl der Linken als auch der SPD zu, das Finanzierungsproblem in den Ausschüssen zur Diskussion für den Landeshaushalt zu stellen. Dies erfolgte in beiden Fällen nicht. (mehr …)

Männerschutzwohnungen in Dresden und Leipzig eröffnet

Wir gratulieren unseren beiden Partner-Organisationen „Männernetzwerk Dresden“ und „LEmann e. V. Leipzig“ zur Eröffnung ihrer Gewaltschutzwohnungen für von häuslicher Gewalt betroffene Männer. Im Unterschied zur rot-rot-grünen Landesregierung Thüringen, die bis heute trotz jahrelanger, konzeptionell fundierter Anfragen keine finanzielle Unterstützung für die von unserer Initiative betriebene, einzige Thüringer Gewaltschutzwohnung in Gera gewährt, wurden die beiden Wohnungen seitens der schwarz-roten Landesregierung in Sachsen nicht nur mit insgesamt ca. 100.000€ gefördert, sondern auch von der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping persönlich unterstützt und forciert. Nicht zuletzt gilt unserem langjährigen Netzwerkpartner, dem Geschäftsführenden Bildungsreferenten der Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen, Frank Scheinert, ein großes Dankeschön, der die Realisierung der beiden Unterkünfte maßgeblich initiiert und begleitet hat.

Zur Pressemitteilung des Dresdener Männernetzwerkes bitte hier entlang, zu den Kontaktdaten der Schutz- und Hilfsangebote in Sachsen bitte hier entlang.
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Unsere Gewaltschutzwohnung in Gera

Mit der Eröffnung unserer Gewaltschutzwohnung in Gera im Juli 2016 wurde das bislang einzige Thüringer Unterkunftsangebot für von häuslicher Gewalt betroffene Männer geschaffen. Nach einigen Jahren Sensibilisierung, Konzeptions-, Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit sowie Recherche zur statistisch sehr hohen Notwendigkeit von Gewaltschutzangeboten und Gesprächen mit Betroffenen, Kooperationspartnern*, Politikern, Fachleuten und Behördenvertretern ist es uns in diesem Zusammenhang leider bislang nicht gelungen, die Bereitschaft einer öffentlichen Finanzierung zu erreichen. Vorliegendes Gewaltschutzangebot wird für zunächst ein Jahr von Spenden und ehrenamtlicher Arbeit Weniger getragen (in diesem Zusammenhang bitten wir um Ihre Unterstützung in Form von Spenden – vielen herzlichen Dank!). Unsere Notrufnummer für dieses Angebot ist die 0160 / 951 015 47 (bitte beachten Sie unser „Selbstverständnis Notruf / Gewaltschutz(wohnung)„), den Flyer als PDF-Datei entnehmen Sie bei Bedarf bitte diesem Link (auf Wunsch schicken wir Ihnen gerne Flyer zu – bitte kontaktieren Sie uns).

Der Vertrag zu besagter Wohnung ist zunächst auf ein Jahr befristet; erstens, weil eine weitere Bewirtschaftung eine Fortfolgefinanzierung durch die öffentliche Hand benötigt [Update 2 / 2017: Gleichstellungsbeauftragte des Landes Thüringen erteilt trotz der im letzten Jahr in Aussicht gestellten Fortfolgefinanzierung eine Absage], zweitens, weil neben dem statistischen Bedarf zunächst einmal Annahme und Vernetzungsbereitschaft mit unserem Angebot durch Landesregierung, Polizei-, Interventions- und Familienfachwelt Ostthüringens ermittelt werden muss, und drittens, um die Kooperation zwischen unserem Hauptsponsoren und Vertragspartner Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ eG und unserer Initiative besser einschätzen zu können.

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Interview: befremdliche Aussagen zur häuslichen Gewalt in Thüringen

Die „Thüringer Landeszeitung“ veröffentlichte Ende vergangener Woche ein Interview zur häuslichen Gewalt in Thüringen, welches nicht zuletzt aufgrund unserer Recherchen, Erfahrungswerte und umfassenden Bemühungen der letzten Jahre, ein Gewaltschutzangebot für betroffene Männer zu realisieren, in weiten Teilen befremdlich erscheint. Zum Interview und unserer Kommentierung bitte hier entlang.
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Neue Studie „Familien in Baden-Württemberg | Väter“ verlinkt

Neu hinterlegt unter unserem Menüpunkt „Studien“ ist ab sofort die Studie „Familien in Baden-Württemberg | Väter“, die sich im Wesentlichen auf die Vereinbarkeitsproblematik bezieht.
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Land Thüringen beantwortet Kleine CDU-Anfrage zum Gewaltschutz

Am 09. 07. 2015 hatte der Vorsitzende des Arbeitskreises Gleichstellung der CDU-Fraktion Henry Worm eine Kleine Anfrage zum Gewaltschutz an das Land Thüringen gestellt. Am 17. 08. 2015 wurde die Anfrage vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie beantwortet, zum Antwortschreiben geht es hier entlang. Bevor wir die wichtigsten Antworten kommentieren, zitieren wir mit Antwort 4 die Kernaussage vorab:

„4. Welchen Handlungsbedarf sieht die Landesregierung zum Schutz von Männern vor häuslicher Gewalt?

Eine längerfristige Beratung und Begleitung zur psychischen Stabilisierung, Aufarbeitung der Gewalterfahrung und Unterstützung zur Sicherung der existentiellen Grundlage bei Trennung und Neubeginn im Zusammenhang mit der Gewalterfahrung und -bedrohung kann in Einzelfällen geboten sein. Neben der Erstberatung der Interventionsstellen kann daher die Einrichtung einer Beratungsstelle für Männer, angesiedelt bei einer Interventionsstelle, sinnvoll sein. Hierfür bedarf es vorab weitergehender Erkenntnisse sowie einer Bedarfsermittlung außerhalb der bestehenden Datenerfassung durch die Polizei und die Interventionsstellen (sogenannte Dunkelfeldermittlung). Gleiches gilt für die Bedarfsermittlung hinsichtlich der Einrichtung eines sogenannten Männerhauses in Thüringen.“

Zu den wichtigsten Fragen und Antworten (den Gesamttext rufen Sie bitte mit dem oben verlinkten Dokument auf):

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Neue Studie zu “Kosten-Nutzen-Analyse von Jugendhilfemaßnahmen” verlinkt

Unter unserem Menüpunkt „Studien“ haben wir die “Kosten-Nutzen-Analyse von Jugendhilfemaßnahmen” von Dipl. Psych. Dipl. Vw. Klaus Roos verlinkt, die im krassen Widerspruch zu zahlreichen fachlichen Ausführungen hinsichtlich vielfach überzogener und ungerechtfertigter Jugendhilfekosten Heimunterbringung als gesellschaftlichen Gewinn argumentiert.
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Gesprächstreffen mit Raymond Rordorf vom Männerhaus Osterode

Wir bedanken uns bei Raymond Rordorf vom Gleich Stark e. V. als Trägerverein des Männerhauses Osterode, dass er im heutigen Gesprächstreffen einem Vertreter des Leipziger LEmann e. V. sowie unserer Initiative umfangreiche Einblicke in die regionale und fachliche Aufstellung, Finanzierung, Vernetzung, Arbeitsweise und gesellschaftliche Akzeptanz des Männerhauses in Osterode im niedersächsischen Teil des Harzes gewährte. Das Männerhaus Osterode ist Teil unseres derzeit in Entstehung befindlichen Männerberatungsnetzwerkes; zwischen allen drei Initiativen, dem Gleich Stark e. V., dem LEmann e. V. sowie unserer Initiative gibt es zahlreiche Interessenüberschneidungen und Synergieeffekte. Weitere Erfahrungsaustausche werden folgen.
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Mitwirkende zum Thema „Umgang und Unterhalt“ gesucht

„Aufgrund familienpolitischer Aktualitäten, juristischer Diskussionen und Veröffentlichungen in den Medien ist zur Zeit das Thema UMGANG und UNTERHALT aktuell. Wir können zur Diskussion beitragen, wenn wir reale Situationen aus konkreten Fallbeispielen beisteuern.

Ich möchte daher dazu aufrufen, mir Schilderungen zu folgenden Fallkonstellationen zuzusenden:

  • Umgang mehr als 35%
  • trotzdem Zahlung von vollem Unterhalt
  • trotzdem wird ein Elternteil als „alleinerziehend“ behandelt
  • trotzdem ist der andere Elternteil auf Steuerklasse 1 gesetzt

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Weitere Fraktionsgespräche im Thüringer Landtag: SPD

Wir bedanken uns bei der Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des Ausschusses für Soziales, Arbeit und Gesundheit Birgit Pelke (SPD) für das gestrige Gespräch mit einem unserer Mitglieder im Erfurter Landtag. Gesprächsinhalt war die Konkretisierung der Unterstützung eines Männerschutzangebotes durch das Land Thüringen. Die Thüringer SPD hatte bereits im August 2014 mit einer schriftlichen Befürwortung eine entsprechende Positionierung signalisiert.

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