Gewaltschutz in Thüringen: Rundschreiben unserer Initiative zum politischen Versagen

In diesen Tagen versendet unsere Initiative mit Abschluss der Gewaltschutzarbeit für Männer in Thüringen, die in keinster Weise und unter, wie bereits am 03. 07. 2017 ausführlich dargestellt, zahlreichen politischen und institutionellen Wortbrüchen tragfähige Unterstützung erfuhr, ein Rundschreiben unter dem Betreff „Humanistischer Gewaltschutz in Thüringen: ein politisches Versagen“. Besagtes Rundschreiben, im Volltext nachfolgend, wird in Thüringen an relevante Ministerien, Behörden und Körperschaften sowie flächendeckend unter anderem an Fraktionsvertreter demokratischer Parteien, Landratsämter, Netzwerke gegen häusliche Gewalt, Familienzentren, Interventionsstellen, Gleichstellungsbeauftragte verschickt. Wir halten diese Transparenz angesichts der politisch weitgreifenden Diskriminierung männlicher Hilfebedarfe insbesondere durch landesregierungsverantwortliche Parteien wie SPD und Die Linke für außerordentlich wichtig:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mit vorliegendem Schreiben werden wir unsere Aktivitäten für einen Gewaltschutz für Männer in Thüringen einstellen. In diesem Zusammenhang dürfen wir Sie auf unseren umfangreichen Blogeintrag „Thüringer Gewaltschutz aus humanistischer Perspektive: ein ernüchterndes Fazit“ als Zusammenfassung einer Entwicklung hinweisen, die deutlich offenlegt, dass das Bundesland Thüringen in Verantwortung einer rot-rot-grünen Regierung zu keiner Zeit ein ernsthaftes Interesse daran hatte, notleidenden Männern ein Hilfsangebot bereitzustellen bzw., um auf unsere nunmehr eingestellte Projektarbeit zu verweisen, bereitstehende Hilfsangebote auch nur teilweise zu unterstützen, kurz: Wort zu halten. Und das vor dem Hintergrund, dass sich bereits 2015 bei sinkenden Belegungszahlen Frauenhäuser über eine Finanzierungsaufstockung erfreuten und sich das Bundeslang Thüringen in der ersten Jahreshälfte diesen Jahres über ein sattes Steuerplus freute.

Wenn Sie besagten Newseintrag vom 03. 07. 2017 aufrufen, werden Sie in stichpunktartiker, chronologischer und mit Verweisen und Schriftsätzen hinterlegter Form erkennen, dass weder die SPD, noch Die Linke, noch die Grünen, jedoch auch keine der inner- wie außerparlamentarischen Oppositionsparteien CDU und FDP auch nur annähernd Wort hielten. Damit nicht genug, erkannte weder die Sozialministerin Heike Werner (Die Linke) eine bereits aus den hohen statistischen Werten hervorgehende Notwendigkeit, noch sah sich die Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke) in der Lage, ihre im vergangenen Jahr getätigte Zusage „Wir werden eine Lösung finden“ einzuhalten.

Aber auch die Landespolizeidirektion Thüringen wie der Paritätische Wohlfahrtsverband verharrten weitgehend in einer Haltung, die selbst bei gutem Willen allenfalls als ein „Spiel auf Zeit“ verstanden werden konnte. Seitens der Landespolizeidirektion erfolgte darüber hinaus keine Gleichbehandlung wie die der Mitarbeiterinnen der Frauenhausarbeit in Gera; weder  wurden  Einsatzwägen  mit  Infomaterialien  zu   Notruf   und   Gewaltschutzwohnung ausgestattet, noch bekamen wir die Möglichkeit, unser Projekt im Rahmen innerpolizeilicher Schulungsangebote vorzustellen. Seitens des Paritätischen wurden darüber hinaus noch 2014 in der Podiumsdiskussion „Sie haben die Wahl!“ völlig verzerrte europäische Statistikwerte vorgetragen („jede dritte europäische Frau Opfer häuslicher Gewalt„), auch wurde noch im vergangenen Jahr in einer der regelmäßigen Magazine des Bundesverbandes eine Darstellung allein weiblicher/n Gewaltbetroffenheit und Hilfebedarfs moniert.

Aus unserer Sicht ist es wichtig, auf diese gravierenden Missstände gerade jetzt vor der Bundestagswahl hinzuweisen. Nicht zuletzt mit dem Wissen darum, dass anstelle eines fachlich eingebetteten 24h-Notruf- und Unterbringungsangebotes mit dem A4-Projekt notleidende Männer nunmehr nur noch wenige Stunden pro Woche in einem mit völlig sachfremden Professionen geteilten Büro seitens praxisunerprobter Beratungskräfte Hilfe erhoffen dürfen.“

Thüringer Gewaltschutz aus humanistischer Perspektive: ein ernüchterndes Fazit

Unsere Initiative hatte in den letzten Monaten bereits erwähnt, dass die in der aktuellen Legislaturperiode regierungsverantwortlichen Parteien im Land Thüringen (insbesondere SPD und Die Linke)  mehrfach Befürwortungen, Unterstützungs- sowie Finanzierungszusagen für eine Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer aussprachen bzw. schriftlich aussanden, es jedoch in keinem der Fälle zu einer tatsächlichen Unterstützung kam. Die statistisch hohe Notwendigkeit ist nicht zuletzt durch unsere beharrliche Recherche hinlänglich bekannt geworden, dennoch mussten wir aus vorgenannten Gründen unser Gewaltschutzeinrichtung schließen.

Nachfolgend ziehen wir stichpunktförmig ein Fazit, das nicht nur zahlreiche Wortbrüche und Unwahrheiten thematisiert, sondern darüber hinaus gerne als Hilfe zur Wahlentscheidung zur Bundestagswahl 2017 verstanden werden darf. Wer daraus jedoch das Verständnis ableitet, seine Stimme sei bei einer rechtspopulistischen bzw. -extremen Partei besser aufgehoben, der hat aus unserer Sicht weder die Geschichte noch die Notwendigkeit einer humanistischen Gesellschaft verstanden.

Hinweis: unsere Gespräche fanden in jedem Fall mit Landesparteienvertretern* statt und sind als solche inhaltlich als jeweilige Aussage der Partei zu werten. Genannte Ämter bzw. Positionen der Gesprächspartner beziehen sich im Übrigen auf den Zeitpunkt der Gespräche, was sich mittlerweile geändert haben kann.

MINISTERIEN:

Sozialministerin Heike Werner (Die Linke)

Am 25. 11. 2015 sprachen zwei Vertreter unserer Initiative bei Sozialministerin Heike Werner unter Anwesenheit von der Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder sowie zwei Vertretern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Thüringen vor. Das Gespräch, welches unter dem Vorzeichen unserer Finanzierungs- und Unterstützungsbitte zustande kam, verblieb ohne Resultat. Darüber hinaus wurde auf die von uns zugesandte Einladung an Frau Werner und die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder zur Wohnungsbesichtigung und Projektvorstellung seitens Frau Werner zu keiner Zeit reagiert.

PARTEIEN:

CDU

Am 26. 06. 2014 trafen sich Vertreter unserer Initiative im Landtag mit dem Fraktionssprecher für Familie, Soziales und Gesundheit Christian Gumprecht sowie dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Gleichstellung der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Henry Worm. Im Gesprächsverlauf wurden uns zugesagt, eine schriftliche Befürwortung auszusenden sowie unseren Finanzierungsbedarf in den Thüringer Folgehaushalt und den Arbeitskreis für Gleichstellung der CDU einzubringen.

Am 09. 07. 2015 reichte die CDU auf Basis unserer Zuarbeit die Kleine Anfrage „Häusliche Gewalt gegen Männer in Thüringen bei der Landesregierung ein, die unter anderem folgende Fragen beinhaltete: Wieviel Männer sind in Thüringen im Jahr 2012, 2013 und 2014 Opfer häuslicher Gewalt geworden und wie bewertet die Landesregierung diese Zahlen? Welche Intervention erfolgt in Fällen häuslicher Gewalt gegen Männer? Welche Beratungs- und Hilfsangebote gibt es für von häuslicher Gewalt betroffene Männer und welche Stellen leisten sie? Welchen Handlungsbedarf sieht die Landesregierung zum Schutz von Männern vor häuslicher Gewalt? Welche Maßnahmen plant die Landesregierung zur Prävention von häuslicher Gewalt gegen Männer?

Am 17. 08. 2015 ging die Antwort der Thüringer Landesregierung ein. Neben statistischen Werten wurde die Notwendigkeit einer Bedarfserhebung außerhalb polizeilicher Statistiken angerissen sowie vorgetragen, von familiärer Gewalt betroffene Männer können mit ihren Kindern jederzeit eine Familien- und Eheberatungsstelle oder bestehende Interventionsstelle kontaktieren. Ferner wurd auf das bundesweite Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen, hingewiesen. Die Frage, ob im Doppelhaushalt 2016/2017 ein Finanzierungsprogramm zum Gewaltschutz für Männer vorgesehen sei, wurde mit „Nein“ beantwortet (zu unserer Auswertung des Antwortschreibens bitte hier entlang).

Eine Befürwortungsmail liegt uns vor, darüber hinaus wurde über die Kleine Anfrage hinaus keine der getroffenen Zusagen eingehalten.

Die Grünen

Am 06. 07. 2014 fand ein Gespräch mit Frau Kathleen Lützkendorf als Referentin für Soziales, Arbeit, Familie, Gesundheit und Sport der Thüringer Grünen statt. Wichtigster Gesprächspunkt seitens der Grünen-Vertreterin war, inwiefern und wie stark sich unsere Initiative von extremistischen Tendenzen abgrenzen würde. Eine Befürwortung könne nicht gemacht werden, jedoch wurde ein gemeinsamer Gesprächstermin mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Thüringen angeregt.

Auf unsere nachfragende Korrespondenz vom 23. 04. 2015 ließ uns Frau Astrid Rothe-Beinlich in einem am 11. 06. 2015 eingegangenen Antwortschreiben wissen, die Gleichstellungspolitik in Thüringen solle aktiv um die Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen ergänzt werden, da nach wie vor eine strukturelle Diskriminierung erlebt würde, der Diskriminierung in sämtlichen Lebenslagen sei entgegen zu wirken, Ziel seien ein bedarfsgerechtes Angebot, eine verlässliche Finanzierung der Hilfestrukturen und klare rechtliche Rahmenbedingungen für Frauenhäuser, Interventionsstellen, Frauenzentren, Zufluchten und Frauenberatungsstellen. Auch gelte es, die Täterberatung zu verstärken.

Auf unsere vertiefende Nachfrage vom 15. 06. 2015 zu einer konkreten Positionierung zum Gewaltschutz für von häuslicher Gewalt betroffene Männer ging am 22. 06. 2015 seitens Frau Astrid Rothe-Beinlich die Aussage ein, eine Notwendigkeit für die Einrichtung gesonderter Stellen für von Gewalt betroffene Männer sei derzeit durch die Grünen nicht zu erkennen.

Die Linke

Am 26. 06. 2014 trafen Vertreter unserer Initiative zum Gespräch mit Margit Jung, Sprecherin für Familie und Senioren und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag sowie der Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktion der Stadt Gera und Landesgeschäftsführerin Anke Hofmann zusammen. Zugesagt wurden neben einem konkretisierenden Folgetermin mit Frau Jung eine schriftliche Befürwortung sowie die Einbringung unseres Finanzierungsbedarfs in den Gleichstellungsausschuss.

Am 10. 07. 2015 nahmen Vertreter von SPD und Die Linke an einer kleinen Anhörung mit Vertretern unserer Initiative im Thüringer Landtag teil (siehe auch „SPD“). Im Gesprächsverlauf stellte Frau Karola Stange als Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses eine Teilfinanzierung für unser Gewaltschutzobjekt in Aussicht und tätigte darüber hinaus gemeinsam mit Frau Birgit Pelke (SPD) die Aussage, man werde die Thematik im Koalitionsarbeitskreis am 28. 08. 2015 debattieren und uns zeitnah über die Ergebnisse in Kenntnis setzen.

In der zweiten Jahreshälfte 2016 gab es ein Gesprächstreffen zwischen der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder und unserem damaligen Projektkoordinator Tristan Rosenkranz, in dem seitens Frau Christ-Eisenwinder die vorgetragene Finanzierungsnotwendigkeit oder alternativ Fortführung des bis dahin rein spendenfinanzierten Gewaltschutzobjektes unter anderer Trägerschaft unter anderem mit der Zusage beantwortete, es werde eine Lösung gefunden. Darüber hinaus wurde geäußert, der Einladung zur Wohnungsbesichtigung mit Frau Sozialministerin Heike Werner werde zeitnah nachgekommen.

Keine der getroffenen Zusagen wurden eingehalten.

FDP

Am 15. 09. 2014 traf ein Vertreter unserer Initiative mit Thomas Kemmerich als damaligen Vorsitzenden des Gleichstellungsausschusses zusammen. Herr Kemmerich sagte uns eine Befürwortung seiner Partei zu und sprach sich dafür aus, im Zuge der Haushaltsverschlankung Mittel offenzulegen, die unserem Projekt zugute kommen.

Keine der getroffenen Zusagen wurden eingehalten.

SPD

Am 17. 07. 2014 fand im Landtag ein Gespräch zwischen Vertretern unserer Initiative sowie dem Parlamentarischen Geschäftsführer David Eckhardt und der Sprecherin für Familie, Frauen, Sport und Opferverbände Birgit Pelke statt. Zugesagt wurden eine schriftliche Befürwortung durch den Landesverband der SPD, darüber hinaus wollten sich Herr Eckardt und Frau Pelke dafür einsetzen, nach der Landtagswahl in Thüringen die Problematik in den Fachgremien im Landtag seitens unserer Initiative persönlich vorzutragen. Weiterhin wurde die Prüfung der Möglichkeiten einer Ko-Finanzierung z.B. über die Stiftung „Familiensinn“ in Rücksprache mit der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten zugesagt.

Am 21. 08. 2014 ging das Befürwortungsschreiben der SPD bei uns ein, welches unter anderem die Zusage einer Vorstellung unseres Projektes vor dem Thüringer Gleichstellungsausschuß sowie der Einbringung in die Haushaltsplanung für die bevorstehende Legislaturperiode beinhaltete.

Am 09. 06. 2015 fand ein weiteres Landtagsgespräch mit Frau Birgit Pelke statt, in dem ausgesagt wurde, dass der Haushalt des Landes Thüringen für 2015 bereits beschlossen  sei, was eine Finanzierung in diesem Jahr ausschließt. Jedoch fänden am 17. und 18. Juni erste Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2016 und 2017 statt, für den sich Frau Pelke eine Kofinanzierung vorstellen konnte. Frau Pelke schlug eine Vorstellung unseres Gewaltschutzprojektes durch Vertreter unserer Initiative für die Plenarsitzung vom 08. – 10. 07. 2015 vor, zu der alle Fachbereiche anwesend sind.

Am 10. 07. 2015 wurden auf Betreiben Frau Pelkes hin Vertreter unserer Initiative zu einer Anhörung im Thüringer Landtag im kleinen Rahmen eingeladen, zu der Vertreter aller drei Regierungsparteien teilnehmen sollten, die Grünen jedoch absagten. Die einzige, von der SPD mitgetragene Zusage war, man werde die Thematik im Koalitionsarbeitskreis am 28. 08. 2015 debattieren und uns zeitnah über die Ergebnisse in Kenntnis setzen.

Über das Befürwortungsschreiben hinaus wurde keine der getroffenen Zusagen eingehalten.

BEHÖRDEN:

Thüringer Landespolizeidirektion

Erst nach mehreren Nachfragen erhielten wir anstelle weiterer Absagen bzw. Aussagen zur Nichtexistenz die Auskunft zur polizeilichen Statistik zu von häuslicher Gewalt betroffenen Männern, die in Verbindung mit Zahlen aus einem Antwortschreiben des Thüringer Innenministeriums auf eine Anfrage Astrid Rothe-Beinlichs an die Thüringer Landesregierung vom 23. 07. 2010 sowie der Polizeilichen Jahresstatistik von 2014 die unter diesem Link hinterlegte, hohe Notwendigkeit für ein auf Männer ausgerichtetes Gewaltschutzprogramm belegt.

Trotz mehrerer Anfragen wurde uns im Gegensatz zur Verfahrensweise mit Vertretern der Frauenhausarbeit zu keiner Zeit eine Ausstattung der Einsatzfahrzeuge mit Infomaterialien zu Notruf und Unterbringung oder Teilnahme und Projektvorstellung im Rahmen regelmäßiger innerpolizeilicher Schulungen eingeräumt.

KÖRPERSCHAFTEN:

Paritätischer Wohlfahrtsverband Thüringen

Unsere Initiative war von 2013 bis 2016 Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Thüringen. Zuständige Fachreferentin und Ansprechpartnerin war Frau Julia Homann in zeitweiser, elternzeitbedingter Vertretung durch Karin Kretschmer. Trotz zahlreicher Gespräche zu Konzeption, Finanzierung und Fachbedarf eines Gewaltschutzbedarfes für Männer wurde zu keiner Zeit die Zusage eingehalten, unsere Bemühungen bis zu einer tragfähigen Finanzierung hin zu unterstützen. Während in Vertretung durch Frau Kretschmer konkrete Gespräche mit paritätischen Fachleuten zu Finanzierungsanträgen und Fördermöglichkeiten zustande kamen, verloren sich nach ihrer Vertretungszeit die Gesprächsbemühungen zusehends in Verweisen auf höhere Zuständigkeiten seitens der Landesregierung, in der Notwendigkeit einer zunächst aufzubauenden Lobby, dem bislang nicht hinreichend belegten Bedarf sowie in dem schlussendlichen Vermerk, ein derartiges Projekt sei ausschließlich über eine Ausschreibung zu realisieren.

Ein letztes Gespräch von Vertretern unserer Initiative mit dem Landesgeschäftsführer Reinhard Müller und Frau Hohmann kam über persönliche Infragestellungen und Fehleranalysen bedauerlicherweise nicht hinaus.

Inwiefern die Thüringische Parität aufgrund von Podiumsdiskussionen wie „Sie haben die Wahl!“ vom 29. 08. 2014 unter Verwendung statistisch völlig verzerrter Europawerte („jede 3. Frau Opfer häuslicher Gewalt im Verlauf ihres Lebens“), mit Verbandspublikationen des Bundesverbandes, die sich ausschließlich weiblicher Betroffenheit von häuslicher Gewalt widmen oder paraleller Vorstandsfunktionen unserer Ansprechpartnerin im Thüringer Landesfrauenrat eine gewisse Befangenheit zur Thematik einbringt, obliegt nicht unserer Beurteilung.

DEZERNENTEN + BEAUFTRAGTE:

Geraer Sozialdezernentin

Von der Geraer Sozialdezernentin Sandra Schöneich (Die Linke) erfolgte auf unser Einladungsschreiben zur Vorstellung der Gewaltschutzwohnung zu keiner Zeit eine Reaktion.

Geraer Gleichstellungsbeauftragte

Die Geraer Gleichstellungsbeauftragte Gusti Dietzsch (SPD) sagte zunächst einer Einladung in die Gewaltschutzwohnung zur Projektvorstellung zu, erschien dann aber nicht und war zum vereinbarten Termin nicht erreichbar.

Abschlussbemerkung: vorliegende Zusammenfassung wird über dieses Posting hinaus in den nächsten Tagen unserer umfassenden Adressliste zugesandt, kommt auf die wichtigsten Punkte zu sprechen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unserer Initiative liegen ausführliche Gesprächsprotokolle und Rechercheunterlagen vor, darüber hinaus hält jeder genannte Vorgang einer eidesstattlichen Beurkundung stand.
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Häusliche Gewalt – ein Erfahrungsbericht im SWR-Nachtcafé

Hartmut Wolters, 1. Vorsitzender des Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e. V. und in seiner Funktion als unser Netzwerkpartner verantwortlich für die Mitgliedschaft des Kreisvereins im Männerberatungsnetzwerk, stand unlängst ausführlich im SWR-Nachtcafé (ab 1:05:50) Rede und Antwort zu seinen Widerfahrnissen als von häuslicher Gewalt betroffener Mann und ausgegrenzter Trennungsvater. Die von ihm geschilderten Erfahrungen, die wiederholte Gewaltausübung gegen ihn, die ausnahmslos die Geschehnisse und Schuld umkehrenden und ihn vor allem sorgerechtlich ausgrenzenden Institutionen von Frauenhaus über Jugendamt bis hin zu Familienberatungsstellen sowie das verantwortliche Familiengericht, sind Spiegelbild eines bis heute täglichen und vielhundertfachen Leids von Kindern und in den überwiegenden Fällen ihrer Väter in Deutschland (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel).

Das Interview ist in Gänze sehenswert und sollte Sie dazu motivieren, nicht zuletzt auch unsere Arbeit (unter untengenanntem Link) zu unterstützen. Vielen herzlichen Dank!
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Petition zur Einrichtung eines Hilfetelefons für „Gewalt gegen Männer“

Mit Bitte um aktive Teilnahme und Weiterverbreitung weisen wir an dieser Stelle auf einen auf der Website des „Männerberatungsnetzwerkes“ hinterlegten Hinweis zu einer Petition zur Einrichtung eines Hilfetelefons für „Gewalt gegen Männer“ hin:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen auch ein Hilfetelefon für (Gewalt gegen) Männer einzurichten (bzw. zu fördern), ähnlich wie das – auch in Medien beworbene – (auch Online)“Hilfetelefon“ für (Gewalt gegen) Frauen. Männer bedürfen ja auch Hilfe, auch bei Gewalt und gerade diese brauchen niederschwellige Angebote, weil es für sie oft besonders schwer ist sich Hilfe zu suchen. Außerdem wird durch so ein Telefon, mit entsprechender Werbung, gegen das „Tabu-Thema“ Gewalt gegen Männer angegangen. …“

Zur Petition bitte hier entlang.

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„Der Spiegel“ berichtet über unsere Gewaltschutzwohnung

Der verantwortliche Redakteur Steffen Winter vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in einem aktuell erschienenen Beitrag (nur im Anriss online) über die Situation des Gewaltschutzes für Männer in Deutschland, in dem nach einigen vorangegangenen Telefonaten neben den neu geschaffenen Angeboten in Sachsen auch unsere Gewaltschutzwohnung Erwähnung findet (zur maßgeblichen Verantwortlichkeit der Thüringer Partei Die Linke an der drohenden Schließung folgen Sie bitte diesem Link):

„…Das BKA zählt seit Jahren immer mehr Übergriffe auf Männer von weiblichen oder männlichen Partnern und Expartnern. 2012 registrierte die Polizei annähernd 20.000 Opfer, 2015 waren es bereits fast 23.200. In Sachsen wurden gerade zwei Männerschutzwohnungen eingerichtet.

Im thüringischen Gera betreibt der Verein Gleichmaß mit Spenden eine solche Unterkunft. Derzeit sind dort drei Männer untergebracht, so Projektchef Tristan Rosenkranz. Zwei seien von ihren Frauen körperlich bedroht worden, einer mit einem Messer. Zudem beklagten sie eine „ökonomische Kontrollgewalt“ durch ihre Frauen. Ein Mann wurde von seiner Partnerin gestalkt. Zehn weitere Männer stünden bereits auf der Warteliste. (mehr …)

MDR Thüringen thematisiert Schließung

Wie bereits seitens der Ostthüringer Zeitung und Thüringer Landeszeitung berichtet wurde, muss unsere Initiative mit Jahresmitte die Gewaltschutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer wieder schließen, da die Geichstellungsbeauftragte Katrin Christ Eisenwinder (Die Linke) trotz der 2016 in Aussicht gestellten Lösung zur Fortfolgeträgerschaft vorletzte Woche eine Absage erteilte. Wir bedanken uns bei Redakteurin Franziska Heymann und Team für die Thematisierung in Form eines Radio– sowie Fernsehbeitrages und verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Richtigstellung zu falschen Aussagen zu Konzeption und Förderung des Objektes sowie das OTZ-Interview, welches unter anderem den hinlänglich belegten statistischen Bedarf aufgreift.
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Thüringen beginnt mit Datenerhebung zur häuslichen Gewalt gegen Männer

Wie die heutige „Ostthüringer Zeitung“ unter dem Titel „Das weitgehend unbekannte Opfer bei häuslicher Gewalt: der Mann“ in einem umfassenden Artikel unter Bezugnahme der Gleichstellungsbeauftragten und anderer Fachleute mitteilt, will ein Pilot­projekt der Thüringer Regierungskoalition (SPD, LINKE und Grüne) jetzt herausfinden, in welchem Ausmaß Männer Opfer häuslicher Gewalt werden. Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich. Jedoch kommt der Artikel etwas missverständlich darauf zu sprechen, im gesamten deutschsprachigen Raum seien bezüglich des womöglich große Dunkelfeldes keine gesichterten Erkenntnisse zu finden.

Unsere Initiative, deren Vorstände im Zeitraum zwischen Frühjahr 2013 und Mitte 2016 immer wieder unter Vorlage unserer umfangreichen Konzeption Gespräche mit Vertretern der Landesregierung, einzelner Fraktionen und Ausschüsse hatten, ist angesichts dieses Kenntnisstandes ebenso verwundert wie über die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang die einzige, bislang zudem privat finanzierte Thüringer Gewaltschutzwohnung unter unserer Verantwortung unerwähnt bleibt. Bestandteil unserer Konzeption, die der Thüringer Landesregierung wie allen mit Gewaltschutz und Interventionsarbeit befassten Gremien vorliegt und die neben fundierten Rechercheergebnissen zu Thüringer Betroffenenzahlen auch auf die deutsche Statistik zu sprechen kommt, gliedert in „Beiblatt 2“ die Erkenntnisse des Bundesfamilienministeriums und anderer seriöser Institutionen und Fachleute auf, die vielfach eine statistische Gleichbetroffenheit von Männern aufzeigt.
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Wir wünschen frohe Festtage und ein gutes neues Jahr 2017

Einhergehend mit unserem Jahresrückblick auf ein sehr ereignis- wie auch erfolgreiches Jahr 2016 wünschen wir unseren Fachbeiräten*, Partnerinitiativen und -professionen, Unterstützern, Mitstreitern, Freunden, Familien sowie Müttern, Vätern und Kindern frohe, besinnliche und vor allem friedliche Weihnachtsfeiertage und ein gutes neues Jahr 2017.

Wir wünschen auch dieses Jahr Trennungseltern Kraft, auch schwierige Momente durchzustehen, niemals aufzugeben und immer wieder aufeinander zuzugehen. Wir wünschen, ebenfalls erneut, Männern mit häuslichen Gewalterfahrungen Mut, Hilfe anzunehmen und mit dieser Unterstützung ihr Leben zu ändern und selbst aktiv zu werden, um Hilfesuchenden Unterstützung gewähren zu können. Und wir wünschen den politischen und familienrechtlichen Entscheidungsträgern in unserem Land einmal mehr und mit wesentlich mehr Nachdruck, humanistisch, geschlechterunabhängig und -sensibel zu handeln. Worte allein vermögen Menschen in großer Not leider nicht zu helfen.

Und wir wünschen uns einmal mehr, dass Sie unsere Arbeit unterstützen – kostenlos, indem Sie über unser Bildungsspender-Profil online shoppen, als Mitglied für nur 30€ im Jahr, als Fachbeirat oder kooperierende Profession oder als Spender. Jede Hilfe kommt unsere wichtigen Arbeit zugute.

Vielen herzlichen Dank!
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*Bitte beachten Sie unseren Hinweis zur Verwendung des Sprachgeschlechtes.

MDR-Kurzbericht zur häuslichen Gewalt online

Im Vorfeld des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der politisch wie medial einmal mehr weitgehend einseitig häusliche Gewaltbetroffenheit thematisiert, lenkte der Mitteldeutsche Rundfunk am 22. 11. 2016 im Rahmen von „MDR aktuell“ in einem Kurzbericht seinen Blick auch auf die männliche Betroffenheit. Wenngleich nach wie vor mit verzerrten statistischen Werten argumentiert wird, steigt das Bewusstsein für männliche Notlagen und dem damit zusammenhängenden Hilfebedarf.

Wir bedanken uns in dem Zusammenhang für das Interesse des MDR an unserer Gewaltschutzarbeit. Zum Mitschnitt des Berichts, in dem unser Vorstand* Ilona Resch zu Wort kommt, folgen Sie bitte diesem Link.
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Sendung „Überholt, überfordert, überlebt“ des MDR 1 Radio Sachsen online

bild-52732-resimage_v-variantsmall16x9_w-640Die für den 15. 11. 2016 angekündigte, knapp eineinhalbstündige Sendung „Überholt, überfordert, überlebt“ des MDR 1 Radio Sachsen zur Rolle des Mannes und dem Stand der Gleichberechtigung in der Gesellschaft kann unter diesem Link als Podcast nachgehört werden. Als Studiogäste sind unser Kooperationspartner Frank Scheinert sowie unsere Fachbeirätin Dorothea Kramß zu hören.
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Bildnachweis: Mitteldeutscher Rundfunk