Thüringen: keine Finanzierung für Gewaltschutzwohnung

Entgegen einer Vielzahl von Befürwortungs- und Unterstützungsbekundungen seitens der Thüringer vormaligen wie derzeitigen Landtagsfraktionen sowie rot-rot-grünen Landesregierung erging letzte Woche durch die Gleichstellungsbeauftragte des Freistaates, Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke) eine Absage, den Fortbestand unserer Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer in unserer oder anderer Trägerschaft zu finanzieren. Bevor wir die Entwicklung mit der nun unausweichlichen Schließung des Objektes gesondert noch ausführlich auswerten und im Netzwerk kommunizieren, dürfen wir uns bei der Redakteurin der Ostthüringer Zeitung, Christiane Kneisel, für das heutige umfassende Interview bedanken:

Seit Juli 2016 betreibt der Verein Gleichmaß e.V. für Männer, die unter häuslicher Gewalt leiden, eine Gewaltschutzwohnung in Gera. Doch nun steht dieses Hilfsangebot vor dem Aus: Der Verein erhielt von der Landesregierung eine Finanzierungsabsage. Ein Gespräch mit Tristan Rosenkranz, Gründer des Gleichmaß e.V.

Mit seiner Gewaltschutzwohnung ist der Verein Gleichmaß e.V. thüringenweit Vorreiter. Finanziert wird das Projekt bisher auf Ehrenamts- und Spendenbasis. Das ist aber keine Lösung auf Dauer?

Nein, denn die Betreuung des Projektes ist aufwändig und kann langfristig nicht ehrenamtlich geleistet werden. Das war uns von Anfang an klar. Zumal für diese Arbeit dann auch die Wertschätzung fehlt. Momentan hat unser Verein einen Jahresvertrag mit der WBG Aufbau, die die Wohnung zur Verfügung stellte und uns auch mietmäßig sehr entgegen kam.

Die Finanzierung sollte also auf eine solide, zukunftssichere Basis gestellt werden. Die Signale dafür standen gut?

Vor der Landtagswahl in Thüringen gab es zahlreiche Gespräche mit Fraktionsvertretern der Linken, Grünen, SPD und CDU. Dabei sicherten explizit Vertreter sowohl der Linken als auch der SPD zu, das Finanzierungsproblem in den Ausschüssen zur Diskussion für den Landeshaushalt zu stellen. Dies erfolgte in beiden Fällen nicht. (mehr …)

Thüringen beginnt mit Datenerhebung zur häuslichen Gewalt gegen Männer

Wie die heutige „Ostthüringer Zeitung“ unter dem Titel „Das weitgehend unbekannte Opfer bei häuslicher Gewalt: der Mann“ in einem umfassenden Artikel unter Bezugnahme der Gleichstellungsbeauftragten und anderer Fachleute mitteilt, will ein Pilot­projekt der Thüringer Regierungskoalition (SPD, LINKE und Grüne) jetzt herausfinden, in welchem Ausmaß Männer Opfer häuslicher Gewalt werden. Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich. Jedoch kommt der Artikel etwas missverständlich darauf zu sprechen, im gesamten deutschsprachigen Raum seien bezüglich des womöglich große Dunkelfeldes keine gesichterten Erkenntnisse zu finden.

Unsere Initiative, deren Vorstände im Zeitraum zwischen Frühjahr 2013 und Mitte 2016 immer wieder unter Vorlage unserer umfangreichen Konzeption Gespräche mit Vertretern der Landesregierung, einzelner Fraktionen und Ausschüsse hatten, ist angesichts dieses Kenntnisstandes ebenso verwundert wie über die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang die einzige, bislang zudem privat finanzierte Thüringer Gewaltschutzwohnung unter unserer Verantwortung unerwähnt bleibt. Bestandteil unserer Konzeption, die der Thüringer Landesregierung wie allen mit Gewaltschutz und Interventionsarbeit befassten Gremien vorliegt und die neben fundierten Rechercheergebnissen zu Thüringer Betroffenenzahlen auch auf die deutsche Statistik zu sprechen kommt, gliedert in „Beiblatt 2“ die Erkenntnisse des Bundesfamilienministeriums und anderer seriöser Institutionen und Fachleute auf, die vielfach eine statistische Gleichbetroffenheit von Männern aufzeigt.
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Fragebogen für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt

Um Veröffentlichung und Bekanntmachung eines Fragebogens für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt bat uns eine Studentin der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Informationen und Link zum Fragebogen entnehmen Sie bitte der Website des „Männerberatungsnetzwerkes“ – vielen herzlichen Dank für Ihre Teilnahme bzw Weiterverbreitung!
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Leseempfehlung: Jeannette Hagen „Die verletzte Tochter“

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Nachfolgend weisen wir unsere Leserschaft auf das im vergangenen Herbst erschienene Buch „Die verletzte Tochter“ unserer Fachbeirätin Jeannette Hagen hin.

„Die verletzte Tochter“ ist mit seiner Fachtiefe ein Buch, was man mit großem Interesse liest und nur schwerlich wieder aus der Hand legen mag. Die Autorin wuchs ohne ihren leiblichen Vater auf und konnte trotz wiederholter Versuche in ihrer Vergangenheit, Kontakt zu ihm aufzunehmen, keine Resonanz in ihm erzeugen. In knapp über 230 Seiten gelingt Frau Hagen das Kunststück, nach Erlangen eines umfassenden Sachverständnisses und einer langen Phase therapeutischer und ganzheitlicher Arbeit mit diesem schier unbeherrschbaren Schmerz der Zerrissenheit aufzuzeigen, dass ein Weg der Auseinandersetzung für jede(n) Betroffene(n) lohnenswert ist. Für diesen Weg ist ihr Buch ein umfangreicher Wissensfundus:

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OTZ veröffentlicht umfangreiches Interview zur häuslichen Gewalt

Als zweiter Teil der am vergangenen Mittwoch mit der Journalistin Esther Goldberg in Erfurt aufgezeichneten Informationen veröffentlichte die „Ostthüringer Zeitung“ heute ein umfangreiches Interview zum Themenkomplex häusliche Gewalt und damit zur Arbeit und den Erfahrungswerten unserer Initiative. Als erster Teil erschien am vergangenen Samstag in der „Thüringer Landeszeitung“ ein ebenso umfangreicher Betroffenenbericht mit statistischen Werten.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Goldberg!
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Umfangreicher Betroffenenbericht in TLZ erschienen

Wir bedanken uns bei der Chefredakteurin der Thüringer Landeszeitung, Frau Sommer, sowie der freien Journalistin Esther Goldberg, für die Möglichkeit einer umfangreichen, ergänzenden Darstellung zum Themenkomplex häusliche Gewalt in Reaktion auf das vor Kurzem von uns als befremdlich wahrgenommene Interview mit der Mitarbeiterin einer Thüringer Interventionsstelle. Als erster Teil der am vergangenen Mittwoch als Interview aufgezeichneten Informationen erschien heute der umfangreiche Betroffenenbericht eines Mannes samt statistischen Einblicken. Der Artikel ist sehr ausgewogen; einziger Fehler im statistischen Block am Ende des Artikels („Wie viel Prozent der Gewalttaten von Frauen begangen wurden, ist nicht bekannt.“): der überwiegende Teil der partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer wurde / wird von Frauen ausgeübt.

Quelle / gesamter Artikel: Thüringer Landeszeitung
(zum Onlineartikel bitte hier entlang)
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Interview: befremdliche Aussagen zur häuslichen Gewalt in Thüringen

Die „Thüringer Landeszeitung“ veröffentlichte Ende vergangener Woche ein Interview zur häuslichen Gewalt in Thüringen, welches nicht zuletzt aufgrund unserer Recherchen, Erfahrungswerte und umfassenden Bemühungen der letzten Jahre, ein Gewaltschutzangebot für betroffene Männer zu realisieren, in weiten Teilen befremdlich erscheint. Zum Interview und unserer Kommentierung bitte hier entlang.
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Gesprächstermin mit Thüringer Sozialministerin Heike Werner

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Wir bedanken uns herzlich bei der Thüringer Sozialministerin Heike Werner sowie der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder für den heutigen Gesprächstermin im Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, an dem neben zwei Vertretern unserer Initiative als Vertreter* des Thüringer PARITÄTISCHEN auch Frau Julia Hohmann und Herr Steffen Richter teilnahmen. Das Gespräch war außerordentlich konstruktiv. Wenngleich eine Finanzierung eigenständiger Gewaltschutzprojekte für Männer derzeit noch nicht erbracht werden kann, wurde und wird das Thema seit Längerem auf Regierungsebene – beispielsweise im Gleichstellungsausschuß – diskutiert.

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Neue Studie „Familien in Baden-Württemberg | Väter“ verlinkt

Neu hinterlegt unter unserem Menüpunkt „Studien“ ist ab sofort die Studie „Familien in Baden-Württemberg | Väter“, die sich im Wesentlichen auf die Vereinbarkeitsproblematik bezieht.
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Ortstermin Wildau: “Symposium 2015 – Kindeswohl als Wissenschaft”

Eines unserer Mitglieder nahm an der am 16. 09. 2015 „Symposium 2015 – Kindeswohl als Wissenschaft“ erwähnten Fachtagung im brandenburgischen Wildau am 16. und 17. 10. 2015 teil. Eine Auswertung:

Etwa 60 Teilnehmer unterschiedlicher im Familienrecht tätiger Professionen sowie Vereinsmitglieder und Betroffene nahmen teil.

Das Einführungsreferat von Prof. Dr. Peter Beyerlein war das Kernstück der Veranstaltung, in der er die genetische und epigenetische Struktur im kindlichen Entwicklungsprozess darstellte und auf die Folgen kindlicher Traumata hinwies.* Der Kenntniszuwachs durch diesen Vortrag für unser Mitglied und damit unsere Initiative war hoch. Alles, was aufgrund von Erfahrung bekannt ist, wird mit der Biogenetik noch klarer erkennbar.

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