Thüringer Gewaltschutz aus humanistischer Perspektive: ein ernüchterndes Fazit

Unsere Initiative hatte in den letzten Monaten bereits erwähnt, dass die in der aktuellen Legislaturperiode regierungsverantwortlichen Parteien im Land Thüringen (insbesondere SPD und Die Linke)  mehrfach Befürwortungen, Unterstützungs- sowie Finanzierungszusagen für eine Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer aussprachen bzw. schriftlich aussanden, es jedoch in keinem der Fälle zu einer tatsächlichen Unterstützung kam. Die statistisch hohe Notwendigkeit ist nicht zuletzt durch unsere beharrliche Recherche hinlänglich bekannt geworden, dennoch mussten wir aus vorgenannten Gründen unser Gewaltschutzeinrichtung schließen.

Nachfolgend ziehen wir stichpunktförmig ein Fazit, das nicht nur zahlreiche Wortbrüche und Unwahrheiten thematisiert, sondern darüber hinaus gerne als Hilfe zur Wahlentscheidung zur Bundestagswahl 2017 verstanden werden darf. Wer daraus jedoch das Verständnis ableitet, seine Stimme sei bei einer rechtspopulistischen bzw. -extremen Partei besser aufgehoben, der hat aus unserer Sicht weder die Geschichte noch die Notwendigkeit einer humanistischen Gesellschaft verstanden.

Hinweis: unsere Gespräche fanden in jedem Fall mit Landesparteienvertretern* statt und sind als solche inhaltlich als jeweilige Aussage der Partei zu werten. Genannte Ämter bzw. Positionen der Gesprächspartner beziehen sich im Übrigen auf den Zeitpunkt der Gespräche, was sich mittlerweile geändert haben kann.

MINISTERIEN:

Sozialministerin Heike Werner (Die Linke)

Am 25. 11. 2015 sprachen zwei Vertreter unserer Initiative bei Sozialministerin Heike Werner unter Anwesenheit von der Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder sowie zwei Vertretern des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Thüringen vor. Das Gespräch, welches unter dem Vorzeichen unserer Finanzierungs- und Unterstützungsbitte zustande kam, verblieb ohne Resultat. Darüber hinaus wurde auf die von uns zugesandte Einladung an Frau Werner und die Thüringer Gleichstellungsbeauftragte Katrin Christ-Eisenwinder zur Wohnungsbesichtigung und Projektvorstellung seitens Frau Werner zu keiner Zeit reagiert.

PARTEIEN:

CDU

Am 26. 06. 2014 trafen sich Vertreter unserer Initiative im Landtag mit dem Fraktionssprecher für Familie, Soziales und Gesundheit Christian Gumprecht sowie dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Gleichstellung der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Henry Worm. Im Gesprächsverlauf wurden uns zugesagt, eine schriftliche Befürwortung auszusenden sowie unseren Finanzierungsbedarf in den Thüringer Folgehaushalt und den Arbeitskreis für Gleichstellung der CDU einzubringen.

Am 09. 07. 2015 reichte die CDU auf Basis unserer Zuarbeit die Kleine Anfrage „Häusliche Gewalt gegen Männer in Thüringen bei der Landesregierung ein, die unter anderem folgende Fragen beinhaltete: Wieviel Männer sind in Thüringen im Jahr 2012, 2013 und 2014 Opfer häuslicher Gewalt geworden und wie bewertet die Landesregierung diese Zahlen? Welche Intervention erfolgt in Fällen häuslicher Gewalt gegen Männer? Welche Beratungs- und Hilfsangebote gibt es für von häuslicher Gewalt betroffene Männer und welche Stellen leisten sie? Welchen Handlungsbedarf sieht die Landesregierung zum Schutz von Männern vor häuslicher Gewalt? Welche Maßnahmen plant die Landesregierung zur Prävention von häuslicher Gewalt gegen Männer?

Am 17. 08. 2015 ging die Antwort der Thüringer Landesregierung ein. Neben statistischen Werten wurde die Notwendigkeit einer Bedarfserhebung außerhalb polizeilicher Statistiken angerissen sowie vorgetragen, von familiärer Gewalt betroffene Männer können mit ihren Kindern jederzeit eine Familien- und Eheberatungsstelle oder bestehende Interventionsstelle kontaktieren. Ferner wurd auf das bundesweite Hilfetelefon für Gewalt gegen Frauen, hingewiesen. Die Frage, ob im Doppelhaushalt 2016/2017 ein Finanzierungsprogramm zum Gewaltschutz für Männer vorgesehen sei, wurde mit „Nein“ beantwortet (zu unserer Auswertung des Antwortschreibens bitte hier entlang).

Eine Befürwortungsmail liegt uns vor, darüber hinaus wurde über die Kleine Anfrage hinaus keine der getroffenen Zusagen eingehalten.

Die Grünen

Am 06. 07. 2014 fand ein Gespräch mit Frau Kathleen Lützkendorf als Referentin für Soziales, Arbeit, Familie, Gesundheit und Sport der Thüringer Grünen statt. Wichtigster Gesprächspunkt seitens der Grünen-Vertreterin war, inwiefern und wie stark sich unsere Initiative von extremistischen Tendenzen abgrenzen würde. Eine Befürwortung könne nicht gemacht werden, jedoch wurde ein gemeinsamer Gesprächstermin mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Thüringen angeregt.

Auf unsere nachfragende Korrespondenz vom 23. 04. 2015 ließ uns Frau Astrid Rothe-Beinlich in einem am 11. 06. 2015 eingegangenen Antwortschreiben wissen, die Gleichstellungspolitik in Thüringen solle aktiv um die Interessen und Bedürfnisse von Frauen und Mädchen ergänzt werden, da nach wie vor eine strukturelle Diskriminierung erlebt würde, der Diskriminierung in sämtlichen Lebenslagen sei entgegen zu wirken, Ziel seien ein bedarfsgerechtes Angebot, eine verlässliche Finanzierung der Hilfestrukturen und klare rechtliche Rahmenbedingungen für Frauenhäuser, Interventionsstellen, Frauenzentren, Zufluchten und Frauenberatungsstellen. Auch gelte es, die Täterberatung zu verstärken.

Auf unsere vertiefende Nachfrage vom 15. 06. 2015 zu einer konkreten Positionierung zum Gewaltschutz für von häuslicher Gewalt betroffene Männer ging am 22. 06. 2015 seitens Frau Astrid Rothe-Beinlich die Aussage ein, eine Notwendigkeit für die Einrichtung gesonderter Stellen für von Gewalt betroffene Männer sei derzeit durch die Grünen nicht zu erkennen.

Die Linke

Am 26. 06. 2014 trafen Vertreter unserer Initiative zum Gespräch mit Margit Jung, Sprecherin für Familie und Senioren und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Landtag sowie der Fraktionsvorsitzenden der Stadtratsfraktion der Stadt Gera und Landesgeschäftsführerin Anke Hofmann zusammen. Zugesagt wurden neben einem konkretisierenden Folgetermin mit Frau Jung eine schriftliche Befürwortung sowie die Einbringung unseres Finanzierungsbedarfs in den Gleichstellungsausschuss.

Am 10. 07. 2015 nahmen Vertreter von SPD und Die Linke an einer kleinen Anhörung mit Vertretern unserer Initiative im Thüringer Landtag teil (siehe auch „SPD“). Im Gesprächsverlauf stellte Frau Karola Stange als Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses eine Teilfinanzierung für unser Gewaltschutzobjekt in Aussicht und tätigte darüber hinaus gemeinsam mit Frau Birgit Pelke (SPD) die Aussage, man werde die Thematik im Koalitionsarbeitskreis am 28. 08. 2015 debattieren und uns zeitnah über die Ergebnisse in Kenntnis setzen.

In der zweiten Jahreshälfte 2016 gab es ein Gesprächstreffen zwischen der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten Katrin Christ-Eisenwinder und unserem damaligen Projektkoordinator Tristan Rosenkranz, in dem seitens Frau Christ-Eisenwinder die vorgetragene Finanzierungsnotwendigkeit oder alternativ Fortführung des bis dahin rein spendenfinanzierten Gewaltschutzobjektes unter anderer Trägerschaft unter anderem mit der Zusage beantwortete, es werde eine Lösung gefunden. Darüber hinaus wurde geäußert, der Einladung zur Wohnungsbesichtigung mit Frau Sozialministerin Heike Werner werde zeitnah nachgekommen.

Keine der getroffenen Zusagen wurden eingehalten.

FDP

Am 15. 09. 2014 traf ein Vertreter unserer Initiative mit Thomas Kemmerich als damaligen Vorsitzenden des Gleichstellungsausschusses zusammen. Herr Kemmerich sagte uns eine Befürwortung seiner Partei zu und sprach sich dafür aus, im Zuge der Haushaltsverschlankung Mittel offenzulegen, die unserem Projekt zugute kommen.

Keine der getroffenen Zusagen wurden eingehalten.

SPD

Am 17. 07. 2014 fand im Landtag ein Gespräch zwischen Vertretern unserer Initiative sowie dem Parlamentarischen Geschäftsführer David Eckhardt und der Sprecherin für Familie, Frauen, Sport und Opferverbände Birgit Pelke statt. Zugesagt wurden eine schriftliche Befürwortung durch den Landesverband der SPD, darüber hinaus wollten sich Herr Eckardt und Frau Pelke dafür einsetzen, nach der Landtagswahl in Thüringen die Problematik in den Fachgremien im Landtag seitens unserer Initiative persönlich vorzutragen. Weiterhin wurde die Prüfung der Möglichkeiten einer Ko-Finanzierung z.B. über die Stiftung „Familiensinn“ in Rücksprache mit der Thüringer Gleichstellungsbeauftragten zugesagt.

Am 21. 08. 2014 ging das Befürwortungsschreiben der SPD bei uns ein, welches unter anderem die Zusage einer Vorstellung unseres Projektes vor dem Thüringer Gleichstellungsausschuß sowie der Einbringung in die Haushaltsplanung für die bevorstehende Legislaturperiode beinhaltete.

Am 09. 06. 2015 fand ein weiteres Landtagsgespräch mit Frau Birgit Pelke statt, in dem ausgesagt wurde, dass der Haushalt des Landes Thüringen für 2015 bereits beschlossen  sei, was eine Finanzierung in diesem Jahr ausschließt. Jedoch fänden am 17. und 18. Juni erste Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2016 und 2017 statt, für den sich Frau Pelke eine Kofinanzierung vorstellen konnte. Frau Pelke schlug eine Vorstellung unseres Gewaltschutzprojektes durch Vertreter unserer Initiative für die Plenarsitzung vom 08. – 10. 07. 2015 vor, zu der alle Fachbereiche anwesend sind.

Am 10. 07. 2015 wurden auf Betreiben Frau Pelkes hin Vertreter unserer Initiative zu einer Anhörung im Thüringer Landtag im kleinen Rahmen eingeladen, zu der Vertreter aller drei Regierungsparteien teilnehmen sollten, die Grünen jedoch absagten. Die einzige, von der SPD mitgetragene Zusage war, man werde die Thematik im Koalitionsarbeitskreis am 28. 08. 2015 debattieren und uns zeitnah über die Ergebnisse in Kenntnis setzen.

Über das Befürwortungsschreiben hinaus wurde keine der getroffenen Zusagen eingehalten.

BEHÖRDEN:

Thüringer Landespolizeidirektion

Erst nach mehreren Nachfragen erhielten wir anstelle weiterer Absagen bzw. Aussagen zur Nichtexistenz die Auskunft zur polizeilichen Statistik zu von häuslicher Gewalt betroffenen Männern, die in Verbindung mit Zahlen aus einem Antwortschreiben des Thüringer Innenministeriums auf eine Anfrage Astrid Rothe-Beinlichs an die Thüringer Landesregierung vom 23. 07. 2010 sowie der Polizeilichen Jahresstatistik von 2014 die unter diesem Link hinterlegte, hohe Notwendigkeit für ein auf Männer ausgerichtetes Gewaltschutzprogramm belegt.

Trotz mehrerer Anfragen wurde uns im Gegensatz zur Verfahrensweise mit Vertretern der Frauenhausarbeit zu keiner Zeit eine Ausstattung der Einsatzfahrzeuge mit Infomaterialien zu Notruf und Unterbringung oder Teilnahme und Projektvorstellung im Rahmen regelmäßiger innerpolizeilicher Schulungen eingeräumt.

KÖRPERSCHAFTEN:

Paritätischer Wohlfahrtsverband Thüringen

Unsere Initiative war von 2013 bis 2016 Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Thüringen. Zuständige Fachreferentin und Ansprechpartnerin war Frau Julia Homann in zeitweiser, elternzeitbedingter Vertretung durch Karin Kretschmer. Trotz zahlreicher Gespräche zu Konzeption, Finanzierung und Fachbedarf eines Gewaltschutzbedarfes für Männer wurde zu keiner Zeit die Zusage eingehalten, unsere Bemühungen bis zu einer tragfähigen Finanzierung hin zu unterstützen. Während in Vertretung durch Frau Kretschmer konkrete Gespräche mit paritätischen Fachleuten zu Finanzierungsanträgen und Fördermöglichkeiten zustande kamen, verloren sich nach ihrer Vertretungszeit die Gesprächsbemühungen zusehends in Verweisen auf höhere Zuständigkeiten seitens der Landesregierung, in der Notwendigkeit einer zunächst aufzubauenden Lobby, dem bislang nicht hinreichend belegten Bedarf sowie in dem schlussendlichen Vermerk, ein derartiges Projekt sei ausschließlich über eine Ausschreibung zu realisieren.

Ein letztes Gespräch von Vertretern unserer Initiative mit dem Landesgeschäftsführer Reinhard Müller und Frau Hohmann kam über persönliche Infragestellungen und Fehleranalysen bedauerlicherweise nicht hinaus.

Inwiefern die Thüringische Parität aufgrund von Podiumsdiskussionen wie „Sie haben die Wahl!“ vom 29. 08. 2014 unter Verwendung statistisch völlig verzerrter Europawerte („jede 3. Frau Opfer häuslicher Gewalt im Verlauf ihres Lebens“), mit Verbandspublikationen des Bundesverbandes, die sich ausschließlich weiblicher Betroffenheit von häuslicher Gewalt widmen oder paraleller Vorstandsfunktionen unserer Ansprechpartnerin im Thüringer Landesfrauenrat eine gewisse Befangenheit zur Thematik einbringt, obliegt nicht unserer Beurteilung.

DEZERNENTEN + BEAUFTRAGTE:

Geraer Sozialdezernentin

Von der Geraer Sozialdezernentin Sandra Schöneich (Die Linke) erfolgte auf unser Einladungsschreiben zur Vorstellung der Gewaltschutzwohnung zu keiner Zeit eine Reaktion.

Geraer Gleichstellungsbeauftragte

Die Geraer Gleichstellungsbeauftragte Gusti Dietzsch (SPD) sagte zunächst einer Einladung in die Gewaltschutzwohnung zur Projektvorstellung zu, erschien dann aber nicht und war zum vereinbarten Termin nicht erreichbar.

Abschlussbemerkung: vorliegende Zusammenfassung wird über dieses Posting hinaus in den nächsten Tagen unserer umfassenden Adressliste zugesandt, kommt auf die wichtigsten Punkte zu sprechen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unserer Initiative liegen ausführliche Gesprächsprotokolle und Rechercheunterlagen vor, darüber hinaus hält jeder genannte Vorgang einer eidesstattlichen Beurkundung stand.
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*Bitte beachten Sie unseren Hinweis zur Verwendung des Sprachgeschlechtes.

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„Der Spiegel“ berichtet über unsere Gewaltschutzwohnung

Der verantwortliche Redakteur Steffen Winter vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in einem aktuell erschienenen Beitrag (nur im Anriss online) über die Situation des Gewaltschutzes für Männer in Deutschland, in dem nach einigen vorangegangenen Telefonaten neben den neu geschaffenen Angeboten in Sachsen auch unsere Gewaltschutzwohnung Erwähnung findet (zur maßgeblichen Verantwortlichkeit der Thüringer Partei Die Linke an der drohenden Schließung folgen Sie bitte diesem Link):

„…Das BKA zählt seit Jahren immer mehr Übergriffe auf Männer von weiblichen oder männlichen Partnern und Expartnern. 2012 registrierte die Polizei annähernd 20.000 Opfer, 2015 waren es bereits fast 23.200. In Sachsen wurden gerade zwei Männerschutzwohnungen eingerichtet.

Im thüringischen Gera betreibt der Verein Gleichmaß mit Spenden eine solche Unterkunft. Derzeit sind dort drei Männer untergebracht, so Projektchef Tristan Rosenkranz. Zwei seien von ihren Frauen körperlich bedroht worden, einer mit einem Messer. Zudem beklagten sie eine „ökonomische Kontrollgewalt“ durch ihre Frauen. Ein Mann wurde von seiner Partnerin gestalkt. Zehn weitere Männer stünden bereits auf der Warteliste. (mehr …)

MDR Thüringen thematisiert Schließung

Wie bereits seitens der Ostthüringer Zeitung und Thüringer Landeszeitung berichtet wurde, muss unsere Initiative mit Jahresmitte die Gewaltschutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer wieder schließen, da die Geichstellungsbeauftragte Katrin Christ Eisenwinder (Die Linke) trotz der 2016 in Aussicht gestellten Lösung zur Fortfolgeträgerschaft vorletzte Woche eine Absage erteilte. Wir bedanken uns bei Redakteurin Franziska Heymann und Team für die Thematisierung in Form eines Radio– sowie Fernsehbeitrages und verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Richtigstellung zu falschen Aussagen zu Konzeption und Förderung des Objektes sowie das OTZ-Interview, welches unter anderem den hinlänglich belegten statistischen Bedarf aufgreift.
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Thüringen: keine Finanzierung für Gewaltschutzwohnung

Entgegen einer Vielzahl von Befürwortungs- und Unterstützungsbekundungen seitens der Thüringer vormaligen wie derzeitigen Landtagsfraktionen sowie rot-rot-grünen Landesregierung, trotz einer Zusage der Gleichstellungsbeauftragten des Landes Thüringen, Katrin Christ-Eisenwinder (Die Linke), in einem informellen Gespräch im vergangenen Jahr mit unserem Projektkoordinator Tristan Rosenkranz und trotz eines deutlichen Haushaltsüberschusses (Stand: 2. Februarhälfte 2017) erging letzte Woche durch die Gleichstellungsbeauftragte eine Absage, den Fortbestand unserer Schutzwohnung für von häuslicher Gewalt betroffene Männer in unserer oder anderer Trägerschaft zu finanzieren. Auch Ihre Parteikollegin Karola Stange als Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses ließ ihrer Inaussichtstellung einer Teilfinanzierung bei der Landtagsanhörung am 09. 07. 2015 mit Vertretern unserer Initiative keine entsprechenden Taten folgen.

Bevor wir die Entwicklung mit der nun unausweichlichen Schließung des Objektes mit Blick auf einer Absage vorangegangene Befürwortungen und Zusagen, in vormalige Gespräche involvierte Parteien, Institutionen und Professionen sowie die tatsächliche, seit Längerem nachgewiesene, Bedarfslage noch ausführlich auswerten und im Netzwerk kommunizieren, dürfen wir uns bei der Redakteurin der Ostthüringer Zeitung, Christiane Kneisel, für das heutige umfassende Interview bedanken:

Seit Juli 2016 betreibt der Verein Gleichmaß e.V. für Männer, die unter häuslicher Gewalt leiden, eine Gewaltschutzwohnung in Gera. Doch nun steht dieses Hilfsangebot vor dem Aus: Der Verein erhielt von der Landesregierung eine Finanzierungsabsage. Ein Gespräch mit Tristan Rosenkranz, Gründer des Gleichmaß e.V.

Mit seiner Gewaltschutzwohnung ist der Verein Gleichmaß e.V. thüringenweit Vorreiter. Finanziert wird das Projekt bisher auf Ehrenamts- und Spendenbasis. Das ist aber keine Lösung auf Dauer?

Nein, denn die Betreuung des Projektes ist aufwändig und kann langfristig nicht ehrenamtlich geleistet werden. Das war uns von Anfang an klar. Zumal für diese Arbeit dann auch die Wertschätzung fehlt. Momentan hat unser Verein einen Jahresvertrag mit der WBG Aufbau, die die Wohnung zur Verfügung stellte und uns auch mietmäßig sehr entgegen kam.

Die Finanzierung sollte also auf eine solide, zukunftssichere Basis gestellt werden. Die Signale dafür standen gut?

Vor der Landtagswahl in Thüringen gab es zahlreiche Gespräche mit Fraktionsvertretern der Linken, Grünen, SPD und CDU. Dabei sicherten explizit Vertreter sowohl der Linken als auch der SPD zu, das Finanzierungsproblem in den Ausschüssen zur Diskussion für den Landeshaushalt zu stellen. Dies erfolgte in beiden Fällen nicht. (mehr …)

Thüringen beginnt mit Datenerhebung zur häuslichen Gewalt gegen Männer

Wie die heutige „Ostthüringer Zeitung“ unter dem Titel „Das weitgehend unbekannte Opfer bei häuslicher Gewalt: der Mann“ in einem umfassenden Artikel unter Bezugnahme der Gleichstellungsbeauftragten und anderer Fachleute mitteilt, will ein Pilot­projekt der Thüringer Regierungskoalition (SPD, LINKE und Grüne) jetzt herausfinden, in welchem Ausmaß Männer Opfer häuslicher Gewalt werden. Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich. Jedoch kommt der Artikel etwas missverständlich darauf zu sprechen, im gesamten deutschsprachigen Raum seien bezüglich des womöglich große Dunkelfeldes keine gesichterten Erkenntnisse zu finden.

Unsere Initiative, deren Vorstände im Zeitraum zwischen Frühjahr 2013 und Mitte 2016 immer wieder unter Vorlage unserer umfangreichen Konzeption Gespräche mit Vertretern der Landesregierung, einzelner Fraktionen und Ausschüsse hatten, ist angesichts dieses Kenntnisstandes ebenso verwundert wie über die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang die einzige, bislang zudem privat finanzierte Thüringer Gewaltschutzwohnung unter unserer Verantwortung unerwähnt bleibt. Bestandteil unserer Konzeption, die der Thüringer Landesregierung wie allen mit Gewaltschutz und Interventionsarbeit befassten Gremien vorliegt und die neben fundierten Rechercheergebnissen zu Thüringer Betroffenenzahlen auch auf die deutsche Statistik zu sprechen kommt, gliedert in „Beiblatt 2“ die Erkenntnisse des Bundesfamilienministeriums und anderer seriöser Institutionen und Fachleute auf, die vielfach eine statistische Gleichbetroffenheit von Männern aufzeigt.
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Fragebogen für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt

Um Veröffentlichung und Bekanntmachung eines Fragebogens für Männer mit Erfahrungen von häuslicher Gewalt bat uns eine Studentin der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Informationen und Link zum Fragebogen entnehmen Sie bitte der Website des „Männerberatungsnetzwerkes“ – vielen herzlichen Dank für Ihre Teilnahme bzw Weiterverbreitung!
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Leseempfehlung: Jeannette Hagen „Die verletzte Tochter“

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Nachfolgend weisen wir unsere Leserschaft auf das im vergangenen Herbst erschienene Buch „Die verletzte Tochter“ unserer Fachbeirätin Jeannette Hagen hin.

„Die verletzte Tochter“ ist mit seiner Fachtiefe ein Buch, was man mit großem Interesse liest und nur schwerlich wieder aus der Hand legen mag. Die Autorin wuchs ohne ihren leiblichen Vater auf und konnte trotz wiederholter Versuche in ihrer Vergangenheit, Kontakt zu ihm aufzunehmen, keine Resonanz in ihm erzeugen. In knapp über 230 Seiten gelingt Frau Hagen das Kunststück, nach Erlangen eines umfassenden Sachverständnisses und einer langen Phase therapeutischer und ganzheitlicher Arbeit mit diesem schier unbeherrschbaren Schmerz der Zerrissenheit aufzuzeigen, dass ein Weg der Auseinandersetzung für jede(n) Betroffene(n) lohnenswert ist. Für diesen Weg ist ihr Buch ein umfangreicher Wissensfundus:

(mehr …)

OTZ veröffentlicht umfangreiches Interview zur häuslichen Gewalt

Als zweiter Teil der am vergangenen Mittwoch mit der Journalistin Esther Goldberg in Erfurt aufgezeichneten Informationen veröffentlichte die „Ostthüringer Zeitung“ heute ein umfangreiches Interview zum Themenkomplex häusliche Gewalt und damit zur Arbeit und den Erfahrungswerten unserer Initiative. Als erster Teil erschien am vergangenen Samstag in der „Thüringer Landeszeitung“ ein ebenso umfangreicher Betroffenenbericht mit statistischen Werten.

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Goldberg!
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Umfangreicher Betroffenenbericht in TLZ erschienen

Wir bedanken uns bei der Chefredakteurin der Thüringer Landeszeitung, Frau Sommer, sowie der freien Journalistin Esther Goldberg, für die Möglichkeit einer umfangreichen, ergänzenden Darstellung zum Themenkomplex häusliche Gewalt in Reaktion auf das vor Kurzem von uns als befremdlich wahrgenommene Interview mit der Mitarbeiterin einer Thüringer Interventionsstelle. Als erster Teil der am vergangenen Mittwoch als Interview aufgezeichneten Informationen erschien heute der umfangreiche Betroffenenbericht eines Mannes samt statistischen Einblicken. Der Artikel ist sehr ausgewogen; einziger Fehler im statistischen Block am Ende des Artikels („Wie viel Prozent der Gewalttaten von Frauen begangen wurden, ist nicht bekannt.“): der überwiegende Teil der partnerschaftlichen Gewalt gegen Männer wurde / wird von Frauen ausgeübt.

Quelle / gesamter Artikel: Thüringer Landeszeitung
(zum Onlineartikel bitte hier entlang)
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Interview: befremdliche Aussagen zur häuslichen Gewalt in Thüringen

Die „Thüringer Landeszeitung“ veröffentlichte Ende vergangener Woche ein Interview zur häuslichen Gewalt in Thüringen, welches nicht zuletzt aufgrund unserer Recherchen, Erfahrungswerte und umfassenden Bemühungen der letzten Jahre, ein Gewaltschutzangebot für betroffene Männer zu realisieren, in weiten Teilen befremdlich erscheint. Zum Interview und unserer Kommentierung bitte hier entlang.
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